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Todesfall Felix von Quistorp: Polizei vermutet Unfall

Drei Tage hat die Polizei mit Spürhunden, Wärmebildkameras und Hubschraubern nach Felix von Quistorp gesucht. Jetzt haben sich die schlimmen Befürchtungen bestätigt: Der adelige Junge wurde tot im Brunnen auf dem Schlossgelände seiner Großeltern gefunden. Er ist vermutlich verunglückt.

Beim Tod des 14-jährigen Felix von Quistorp gilt ein Unglücksfall nach ersten Untersuchungen am wahrscheinlichsten. Klarheit sollte eine Obduktion bringen, die noch für Mittwoch in München geplant ist. Die Polizei hatte am Mittwochmorgen seit 8 Uhr das Gelände und das Anwesen noch einmal durchsucht und dabei auch erstmals Taucher eingesetzt. "Das Wasser in dem verschlammten Brunnen ist trübe, so dass man nicht auf den Grund schauen kann", sagte ein Polizeisprecher. Daher habe man bei der ersten Suchaktion nichts entdeckt. Die Leiche des Jungen wurde am Grund des etwa 15 Meter tiefen Brunnens gegen 9.40 Uhr gefunden. Der Brunnen steht in einem alten Gewölbe und war teilweise mit Brettern abgedeckt. Die Polizei geht davon aus, dass der 14-Jährige schon seit mehreren Tagen in dem Brunnen lag.

Rund 300 Polizisten und Feuerwehrleute hatten in den vergangenen Tagen fieberhaft nach dem Vermissten gesucht. Am Neujahrswochenende war eine umfangreiche Suchaktion mit Spürhunden sowie einem Hubschrauber mit Wärmebildkamera in einem Waldgebiet bei Hohenthann erfolglos geblieben. Der aus Potsdam stammende Jugendliche hatte seine auf Schloss Weihenstephan bei Hohenthann im Landkreis Landshut lebenden Großeltern über Weihnachten besucht und sollte am nächsten Tag mit seiner Mutter wieder nach Brandenburg fahren. Er stammte aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie, die im Immobilien- und Finanzbereich sowie im Logistikgeschäft tätig ist.

Vor seinem Verschwinden hatte Felix mit seinem Großvater Medienberichten zufolge ein Museum in Ingolstadt besucht. Laut "Bild"-Zeitung drängte Felix seine Mutter vor der Abreise nach Bayern, spätestens am vergangenen Freitag mit ihm nach Potsdam zurückzukehren. Dort habe er mit einem Freund Geburtstag feiern wollen. "Er freut sich seit Monaten auf diese Party, und ich hab ihm versprochen, dass er rechtzeitig dorthin kommt", so die Mutter von Felix. Die Familie habe daher bereits auf gepackten Koffern für die Rückreise gesessen, als sie das Verschwinden des Jungen bemerkte.

Mit Bestürzung reagierte die Potsdamer Privatschule, die Felix besucht hatte, auf die Nachricht von seinem Tod. "Das macht mich sehr betroffen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Hoffbauer-Stiftung, Frank Hohn, der dpa. Bis zuletzt habe er mit der Familie gehofft, gebangt und gebetet. Eine Tochtergesellschaft der Stiftung, deren Geschäftsführer Hohn auch ist, ist Träger des Evangelischen Gymnasiums in Hermannswerder. Felix' Mitschüler hatten für ihn gebetet, der Junge galt bei Lehrern wie Kameraden als ruhig und ausgeglichen.

DPA / DPA