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"Minnesota Deathparty": Mit Heavy Metal und Crystal Meth: Er schmiss für seine Frau eine Party in den Tod - war es Mord?

Als die Polizei vor der Tür von Duane Arden Johnson steht, ist der Mann nackt und teilt den Beamten mit, dass seine Frau tot im Haus liege. Die beiden sollen eine wilde Party mit Drogen und lauter Musik gefeiert haben. Was ist passiert?

 Duane Arden Johnson ist angeklagt, seine Frau getötet zu haben

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Als der Polizeibeamte am 24. Januar 2019 auf das schneebedeckte Haus in dem klein Dorf Searles, Minnesota, zugeht, fallen ihm die roten Buchstaben an der Haustür sofort auf. Jemand hat "Death Parde God Hell" mit wackeligen Lettern gesprüht, berichtet die "Washington Post". Als der Polizist klopft, öffnet ihm der 58-jährige Duane Arden Johnson die Tür - und zwar nackt. Er sagt: "Meine Frau ist oben und tot." Auf die Frage, warum er nackt die Tür öffne, antwortet Johnson: "Ich muss dieses Zeug von mir abwaschen." Dann dreht er sich um und rennt zurück ins Haus und brüllt wenig später: "Ich bin in der Badewanne, also müssen Sie hier reinkommen." Er habe ein Bad mit Seife und Bleiche nehmen müssen, um die kleinen "schwarzen und weißen Dinger" von seiner Haut zu bekommen. So zumindest berichtet es die "Washington Post".

Als weitere Polizisten eintreffen, entdecken sie die Leiche von Debra Lynn Johnson am oberen Ende der schmalen Treppe. Ihr Körper war fest von Kopf bis Fuß in ein graues Laken gehüllt und mit einem Gürtel fixiert worden. Auf die Frage, warum er seine Frau so verpackt habe, antwortet Johnson: "Ich habe die Tote so vorbereitet, wie es in der Bibel steht." Er habe seine Frau gewaschen und "schön gemacht" und in Leinen gewickelt, ganz wie es im alten Testament beschrieben wird. 

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Tod durch Überdosis Methamphetamin

Laut den Staatsanwälten starb Debra Lynn Johnson an einer Überdosis Methamphetamin, einer synthetischen Rauschdroge. Und die soll sie von ihrem Ehemann bekommen haben. Daher lautet die Anklage gegen Duane Arden Johnson nun auf Mord dritten Grades, was in Deutschland etwa mit Körperverletzung mit Todesfolge vergleichbar wäre. 

Debra Johnson hatte zuvor schwere Jahre erlebt. Zwei Herzinfarkte, zu hoher Blutdruck, Diabetes: Seit September 2018 lebte sie in einem Pflegeheim, rund 110 Kilometer von ihrem Zuhause entfernt. Laut der "Washington Post" holt ihr Mann sie dort zurück nach Hause - gegen den Rat der Ärzte.

Die Tage vor ihrem Tod war es Debra Lynn offenbar schlecht gegangen. Sie konnte zwei Tage nichts essen oder trinken, hatte auch ihre Medikamente abgesetzt. Krämpfe hätten ihren Körper geschüttelt, berichtet Johnson den Polizisten. Er habe sie festhalten müssen, damit sie sich nicht verletzt. Danach soll sie so stark gezittert haben, dass sie nicht schlafen konnte. 

Eine wilde, letzte Party

Doch er hatte ihr eine Party versprochen. Und er habe ihr Leid nicht mehr ertragen, gibt Johnson zu Protokoll. Und weil versprochen, schmiss er eine Party für sie. Sie lag im Bett, während er die Musik aufdrehe. Vor allem ihren Lieblingssong "Metal Health" von Quiet Riot. Immer wieder habe er das Zimmer verlassen, damit sie nicht sieht und hört, dass er weinen müsse. Von draußen habe er Schnee ins Haus geholt, um ihren Mund zu befeuchten. Dass er Meth besorgt habe, streitet der Angeklagte nicht ab. Seine Frau habe feiern wollen, bevor ihr Leben zu Ende geht. "Ich bin ein Idiot, ich bin ein Idiot....", sagt Johnson in einer eidesstattlichen Erklärung. "Ich kann nicht lügen, weil ich zu dumm bin, um etwas zu planen und zu lügen."

Er habe auch noch ein letztes Mal mit seiner Frau Sex gehabt, gibt Johnson an. Sie habe es sich gewünscht. Etwa eineinhalb Stunden später sei sie gestorben. 

Laut den Behörden habe sich Johnson immer wieder "auf das Alte Testament" bezogen. Er erklärt, dass er seiner Frau nicht habe beim Sterben helfen wollen, heißt es in einer eidesstattlichen Erklärung der Behörden zu dem Fall. Allerdings ginge es ihm jetzt besser, wo sie tot sei. Gott habe ihm die Gnade erwiesen und seine Schmerzen gelindert. Er habe nicht früher einen Notarzt gerufen, weil seine Frau ihm dies verboten hätte, so Johnson

Aktive Sterbehilfe, unterlassene Hilfe - oder einfach ein Versehen? Die Staatsanwälte klagen auf Mord dritten Grades - werfen Johnson also vor, seine Frau unbeabsichtigt getötet zu haben. Die Höchststrafe liegt bei 20 Jahren in diesem Fall. John Yost, der Anwalt von Johnson, teilte der "Washington Post" mit, dass sein Mandant zunächst alle Unterlagen durchsehen und einen Arzt konsultieren will. "Ich werde sagen, dass mein Mandant seine Frau sehr geliebt hat und leugnet, irgendetwas getan zu haben, um sie zu verletzen", sagte Yost. 

Wann der Prozess starten soll, ist bislang noch unbekannt. 

Quelle: Washington Post; State of Minnesota County of Brown

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