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Todesrennen von Konstanz: "Es tut mir von Herzen leid"

Ihre illegale Wettfahrt kostete ein Menschenleben, nun fiel im Raser-Prozess von Konstanz das Urteil: Alle drei Angeklagen wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt, die Führerscheine sind für mehrer Jahre weg. Die Gründe für das milde Urteil.

Von Katharina Schönwitz

Der Andrang im Gerichtssaal 037 im Erdgeschoss des Konstanzer Landgerichts war riesig. Nur mit Platzkarten erhielten die Zuschauer Einlass. Viele von ihnen waren Jurastudenten. Die meisten kannten ihre Kommilitonen Florian H. und Constantin S. zumindest vom Sehen. "Die haben beide gerade das erste Staatsexamen geschrieben", wusste einer. Er glaube sogar, dass Florian H. mit Prädikat bestanden habe, Constantin S. sei aber durchgeflogen. "Tja, das mit der Zulassung können die wohl für immer vergessen", schob der Nachwuchsjurist hinterher.

Kurz vor halb elf betraten die drei Angeklagten den Gerichtssaal. Schweigend nahmen sie nebeneinander Platz. Der Staatsanwalt war in seinem Plädoyer nicht zimperlich gewesen. Es sei sogar ein Exempel mit dem Fall zu statuieren, wenn man schon mal illegale Rennfahrer erwischt habe. Dementsprechend war auch sein Antrag: Er forderte sowohl für den Golffahrer Serdar B. als auch für den Porschefahrer Florian H. Haftstrafen ohne Bewährung zwischen anderthalb und zwei Jahren wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs. Für Constantin H., den Beifahrer des Porsches, immerhin noch acht Monate auf Bewährung wegen Beihilfe zur vorsätzlichen Gefährdung des Straßenverkehrs. Allen dreien solle zusätzlich die Fahrerlaubnis für mehrere Jahre entzogen werden.

Ganz anders sah das jedoch Siegfried Kauder, der Rechtsanwalt von Florian H. und Bruder des CDU/CSU-Vorsitzenden Volker Kauder, in seinem Plädoyer. "Jean-Pierre hat eingewilligt in das Rennen. Er wusste, welches Risiko er in Kauf nahm." Deswegen sah er weder den Anklagepunkt der fahrlässigen Tötung, noch den der fahrlässigen Körperverletzung erfüllt. Die drei Angeklagten entschuldigten sich anschließend bei der Mutter Jean-Pierres. Der Vater konnte es nicht ertragen, beim Prozess dabei zu sein. "Die Bilder vom Unfallort werden mich den Rest meines Lebens begleiten", sagte Constantin S. "Ich hätte anders reagieren müssen, es tut mir von Herzen leid", erklärte Florian H.

Angst vorm Gefängnis war ihnen anzusehen

Als dann Richter und Schöffen den Gerichtsaal betraten, waren die drei Angeklagten ziemlich blass. Die Angst, ins Gefängnis zu müssen, war ihnen deutlich anzusehen. Doch Richter Bischoff schloss sich nicht dem Antrag der Staatsanwaltschaft an. "Jeder hat gewusst, dass sie ein hohes Risiko eingehen. Es hätte auch alle anderen treffen können", begründete er sein Urteil. Den Tatvorwurf der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung sah er nicht erfüllt. Er verglich es mit zwei Skifahrern, die abseits der Piste fahren. "Beide sind sich einig und fahren hinunter. Der Erste löst eine Lawine aus, der Zweite stirbt darin. Dann dürfen wir den Ersten auch nicht verurteilen. Anders sähe es aus, wenn ein Unbeteiligter im Tal zu Tode gekommen wäre."

Den Vorwurf der vorsätzlichen Gefährdung des Straßenverkehrs, bzw. deren Beihilfe, sah er bei allen drei erfüllt. "Was wäre gewesen, wenn der Opelfahrer auf der rechten Spur nicht so besonnen reagiert hätte und nicht ganz nach rechts gezogen wäre?" Für den Richter war es auch relativ nebensächlich, wer am Steuer der Wagen saß. "Das war purer Zufall, wer den Wagen lenkte." Die Beifahrer seien dadurch, dass sie abgezählt und gefilmt hätten, genauso beteiligt gewesen. "Aber jeder für sich und alle zusammen hätten das Rennen nicht mehr starten dürfen, als der Opel Astra zu sehen war", sagte Richter Bischoff in seiner Urteilsbegründung.

Nicht ohne "Nachreife" zurück auf die Straße

Die beiden Fahrer Serdar B. und Florian H. verurteilte er zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung und dreijährigem Entzug des Führerscheins. Den Beifahrer Constantin S. wegen Beihilfe zu acht Monaten auf Bewährung und zwei Jahren ohne Führerschein. Zusätzlich müssen die beiden Porschefahrer hundert Sozialstunden ableisten. "Alle drei haben im Straßenverkehr nichts zu suchen, bis eine Nachreife eintritt", beendete der Richter seine Urteilsbegründung.

Die Rechtsanwälte der drei Angeklagten waren unterschiedlicher Meinung zu dem Urteil. Siegfried Kauder war zufrieden, dass sich das Gericht seiner juristischen Meinung angeschlossen hatte. "Aber es ist ein Zeichen an die Jugend, dass solche Rennen auf keinen Fall akzeptabel sind." Anders sehen es die beiden anderen Rechtsanwälte. Sie wollen noch überlegen, ob sie in Revision gehen. Sowohl die Angeklagten als auch Jean-Pierres Angehörige verließen mit versteinerten Mienen den Gerichtssaal.

lio/spi

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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  • Katharina Schönwitz