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Oberste US-Richter entscheiden: Dieser zum Tode verurteilte Häftling hat kein Recht darauf, schmerzfrei zu sterben

Ein US-Häftling klagt seit Jahren gegen seine Hinrichtung. Die Giftspritze würde ihm wegen einer Krankheit unnötig viele Schmerzen zufügen. Der Oberste Gerichtshof hat nun entschieden, dass dieses Argument nicht zieht.

Der zum Tode verurteilte Russel Bucklew wehrt sich gegen seine Exekution per Giftspritze, wohl letztlich erfolglos

Der zum Tode verurteilte Russel Bucklew wehrt sich gegen seine Exekution per Giftspritze, wohl letztlich erfolglos

DPA

Vor mehr als 20 Jahren wurde Russel Bucklew zum Tode verurteilt, weil er seine Ex-Freundin vergewaltigt und ihren neuen Freund ermordet hatte. Nun hat der Oberste Gerichtshof der USA den Weg für seine Exekution frei gemacht, mit einer knappen Mehrheit von fünf zu vier Stimmen. Das geht aus der Urteilsbegründung hervor, die unter anderem CNN ins Netz gestellt hat. Darin argumentiert der von Donald Trump eingesetzte Richter Neil Gorsuch, der Häftling habe kein Recht auf einen "schmerzfreien Tod, etwas das, natürlich, vielen Leuten verwehrt bleibt, etwa den meisten Opfern von Kapitalverbrechen".

Bucklews Anwalt hatte zuvor ausgeführt dass eine Injektion mit dem tödlichen Mittel Pentobarbital für ihn besondere Schmerzen bedeuten würden, ob seiner Krankheit. Demnach leidet der 50-Jährige unter Kavernomen, also Gefäßmissbildungen, die Tumore in seinem Hals, Rachen und Gesicht hervorrufen würden. Nach der Injektion könnten diese aufplatzen und dazu führen, dass er an seinem Blut erstickt, argumentiert sein Verteidiger. Das wiederum würde gegen den achten Zusatzartikel der US-Verfassung verstoßen. Darin heißt es unter anderem, "grausame und unübliche Strafen" dürften nicht verhängt werden.

Müssen nicht "jedwedes Risiko von Schmerzen vermeiden"

Die Richter argumentierten dagegen, dass der achte Zusatzartikel niemandem garantiere, schmerzfrei zu sterben. Die Formulierung würde nicht verlangen, dass "jedwedes Risiko von Schmerzen vermieden" werden müsste. Zudem hätte die Verteidigung es versäumt, glaubhaft zu machen, dass die geforderte Alternative wirklich weniger Schmerzen verursachen würde. Bucklew hatte eine Hinrichtung per Gaskammer gefordert. Dass diese schmerzfreier für ihn werden würde, sei jedoch pure Spekulation, urteilte Richter Gorsuch.

Bucklews damalige Freundin hatte sich am Valentinstag 1996 von ihm getrennt. Rund einen Monat später stürmte er mit zwei Pistolen die Wohnung ihres neuen Lebensgefährten, der dort mit seinen Kindern und Bucklews Ex-Freundin lebte. Er tötete den neuen Freund mit zwei Schüssen in die Brust, feuerte erfolglos in Richtung dessen sechsjährigen Sohnes und verschleppte seine Ex-Freundin mit seinem Fahrzeug. Darin vergewaltigte er sie mehrfach, ehe er nach einer Schießerei mit der Polizei festgenommen wurde.

Bucklews Hinrichtung war bereits 2014 und 2018 vom Obersten Gerichtshof gestoppt worden. Mittlerweile haben dort aber die konservativen Richter eine Mehrheit. Ein Zeitpunkt für die Exekution Bucklews ist noch nicht bekannt.

Quellen: Urteil des US Supreme Courts / US-Verfassung / Urteil gegen Bucklew von 1998CNN / BBC

fin