Todestrafe Keine Gnade bei Schwarzenegger


Arnold Schwarzenegger, ein Befürworter der Todesstrafe, hat das Gnadengesuch eines Todeskandidaten im kalifornischen San Quentin Gefängnis abgelehnt.

Arnold Schwarzenegger, ein Befürworter der Todesstrafe, hat am Freitag das Gnadengesuch eines Todeskandidaten im kalifornischen San Quentin Gefängnis abgelehnt. Der wegen vierfachen Mordes verurteilte Kevin Cooper soll am 10. Februar durch eine Giftspritze sterben. Zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt im November musste der Gouverneur und frühere Hollywoodstar über Leben und Tod eines Todeszelleninsassen entscheiden. Der Afro-Amerikaner Cooper wurde von einer Jury für schuldig befunden, 1983 vier Menschen, darunter zwei Kinder, erstochen zu haben. Der 45-Jährige beteuert seine Unschuld. Schwarzenegger dagegen nannte die Beweise für seine Schuld «überwältigend».

Coopers Anwalt und Bürgerrechtsgruppen haben einen Aufschub der Hinrichtung gefordert, um neue Ermittlungen und weitere DNA-Tests durchzuführen. Prominente Todesstrafengegner, darunter der Schauspieler Denzel Washington und Ex-Boxer Ruben «Hurricane» Carter, der 20 Jahre unschuldig wegen Mordes im Gefängnis saß, haben sich für Cooper eingesetzt. Carters unrechtmäßige Inhaftierung wurde 1999 in dem Film «Hurricane» mit Denzel Washington in der Hauptrolle verfilmt.

Erste Hinrichtung im Staat Kalifornien seit zwei Jahren

Coopers geplante Hinrichtung wäre die Erste im Staat Kalifornien seit zwei Jahren. Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe im Jahr 1978 wurden in dem Westküstenstaat elf Menschen in der Gaskammer oder durch die Giftspritze getötet. 1967 hatte Ronald Reagan als letzter kalifornischer Gouverneur dem Gnadengesuch eines geistig behinderten Todeskandidaten statt gegeben.

Nach den Ermittlungen von 1983 war Cooper nach seiner Flucht aus einem südkalifornischen Gefängnis, wo er eine Strafe wegen Einbruchs verbüßte, in das Haus einer Familie eingedrungen, um deren Fahrzeug zu stehlen. Dort soll er die Eltern, eine Tochter und einen Spielkameraden des Mädchens erstochen haben. Der jüngste Sohn der Familie überlebte den brutalen Überfall. Der Junge gab später an, drei Latinos hätten die Morde ausgeführt. DNA-Tests in 2002, von denen sich Coopers Anwälte eine Entlastung versprachen, bestätigten dagegen die Mordvorwürfe. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft konnte Coopers DNA mit Blutspuren am Tatort in Verbindung gebracht werden. Die Verteidigung äußerte den Verdacht, dass diese Tests fehlerhaft waren und wiederholt werden müssten.


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