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Tödliche Attacke auf Reisegruppe: BKA schickt Mitarbeiter nach Äthiopien

Deutschland will im Fall der getöteten Touristen in Äthiopien eigene Ermittlungen anstellen. Noch am Mittwochmorgen sollen mehrere Mitarbeiter des BKA ins afrikanische Land aufbrechen.

Nach dem tödlichen Überfall auf eine Reisegruppe im Nordosten Äthiopiens schickt das Bundeskriminalamt (BKA) mehrere Mitarbeiter in das afrikanische Land. Sie sollen noch am Morgen in Richtung der Hauptstadt Addis Abeba aufbrechen, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Auch der Verbindungsbeamte der Behörde in Kenia sei nach Addis Abeba beordert worden. "Wir unterstützen dort die deutsche Botschaft, wir versuchen dort die Interessen der deutschen Staatsangehörigen wahrzunehmen, Kontakt zu den Behörden aufzubauen." Auch zu den Angehörigen in Deutschland sei bereits Kontakt aufgenommen worden.

Wer hinter der Attacke stecken könnte, sei noch unklar, sagte Ziercke. "Es gibt Vermutungen, dass es Rebellen sein könnten, aber da wäre ich sehr vorsichtig, das müssen die weiteren Ermittlungen ergeben." Die Lage sei derzeit sehr unübersichtlich. "Wir müssen sehr vorsichtig sein. Das Lagebild ist sehr diffus im Moment. Wir kennen die Hintergründe noch nicht, wieso es dazu kommen konnte und von daher müssen wir vielleicht noch ein, zwei Tage warten, bis wir konkrete Informationen liefern können."

Bei dem Überfall waren am Dienstagabend nach Angaben eines Sprechers der äthiopischen Regierung fünf Touristen ums Leben gekommen, darunter auch ein Deutscher. Zwei weitere Touristen seien verwundet worden, einer konnte entkommen.

Äthiopiens Regierung beschuldigt Nachbarland Eritrea

Die Gruppe war in der entlegenen Region Afar im Norden des afrikanischen Landes unterwegs und wurde nach Angaben eines Sprechers der äthiopischen Regierung bereits am Montagabend in der Danakil-Senke unweit der eritreischen Grenze überfallen. Einem äthiopischen Regierungssprecher zufolge wurden die Täter im benachbarten Eritrea ausgebildet und bewaffnet.

In die unwirkliche Gegend wagen sich normalerweise außer den Einheimischen nur Forscher, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und Abenteuer-Touristen. Berühmt ist das Gebiet für die sogenannte Danakil-Senke, ein unter dem Meeresspiegel gelegenes Gebiet mit Salzminen sowie Vulkanen und einer der heißesten Orte der Erde. Das Auswärtige Amt warnt in seinen Reisehinweisen davor, dass es in dem Gebiet um den Vulkan zu Überfällen durch Banditen und örtliche Untergrundorganisationen sowie zu Entführungen kommen kann.

jwi/DPA/Reuters / DPA / Reuters