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Früheren Mitbewohner ermordet Tödliche Attacke mit Samuraischwert: Täter zu 14 Jahren Haft verurteilt

Stuttgart: Der Angeklagte wird zur Urteilsverkündung vor dem Landgericht Stuttgart in den Gerichtssaal geführt
Der Angeklagte wird zur Urteilsverkündung vor dem Landgericht Stuttgart in den Gerichtssaal geführt
© Sebastian Gollnow
Mit einem Samuraischwert tötete ein Mann im Sommer 2019 in Stuttgart seinen Ex-Mitbewohner. Im Mordprozess um die aufsehenerregende Tat wurde nun ein Urteil gesprochen. 

Nach einer tödlichen Attacke mit einem Samuraischwert auf offener Straße ist der Täter in Stuttgart zu 14 Jahren Haft wegen Mordes verurteilt worden. Außerdem ordnete das Landgericht am Montag die Unterbringung des Mannes in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Der Richter sprach von einer "schrecklichen und zutiefst verachtenswerten Tat".

Nach Einschätzung der Verteidiger war der Mann bei der Tat im Juli vergangenen Jahres schuldunfähig, deshalb hatten sie Freispruch gefordert. Außerdem müsse der Angeklagte in einer Psychiatrie untergebracht werden. Die Staatsanwaltschaft hatte neben einer Therapie auf 13 Jahre Haft wegen Mordes plädiert. Der Jordanier hatte seinen früheren Mitbewohner in aller Öffentlichkeit und vor den Augen der Tochter des Opfers angegriffen und umgebracht.

Für vermindert schuldfähig befunden 

Während die Beweise unter anderem wegen Handyvideos eindeutig waren, blieb das Motiv auch nach den Zeugenaussagen unklar. Ein Gutachter hatte den Angeklagten wegen Wahnvorstellungen als vermindert schuldfähig eingeordnet. Was allerdings von einem klassischen Wahn teils abweiche: Der Jordanier habe in den Gesprächen meistens kontrolliert gewirkt und abgewogen, was er erzählt, sagte der Gutachter. Mal habe er behauptet, ein Prophet zu sein, mal habe er selbst Zweifel daran geäußert. "Jemand mit einer echten Psychose kann nicht filtern, was er preisgibt und was nicht", sagte der Gutachter.

ivi DPA

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