Tote Babys aus Plauen Mutter muss acht Jahre ins Gefängnis


Der grausige Fund Ende 2007 hatte deutschlandweit Schlagzeilen gemacht: In drei Wohnungen in Plauen waren in einem Koffer, einer Tiefkühltruhe und einem Blumenkübel drei verweste Babyleichen entdeckt worden. Die Mutter hatte sie sterben lassen und muss dafür nun acht Jahre ins Gefängnis.

Die Mutter der drei toten Säuglinge von Plauen muss wegen Totschlags für acht Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Zwickau befand am Mittwoch die 29-Jährige "zweifelsfrei" schuldig für den Tod ihrer neugeborenen Töchter Lisa und Marie. Zwar sprächen Indizien auch für eine Täterschaft im Fall der ersten Tochter Celine; sie ließen jedoch keinen zweifelsfreien Schluss zu. Daher wurde die 29-Jährige in diesem Anklagepunkt freigesprochen.

Die Staatsanwaltschaft hatte elf Jahre Haft gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert. Die Leichen der Kinder waren Ende 2007 in drei Wohnungen im sächsischen Plauen (Vogtlandkreis) gefunden worden - in einem Koffer, in einer Tiefkühltruhe und in einem Blumenkübel. Wegen der fortgeschrittenen Verwesung konnten die Todesursachen nicht mehr geklärt werden. Die grausige Entdeckung hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Celine war im Februar 2002 im Krankenhaus zur Welt gekommen. Nach Angaben der Mutter starb das Baby wenige Tage nach der Geburt am plötzlichen Kindstod. Dies sei zwar unwahrscheinlich, urteilte das Gericht. Allerdings sei es möglich, dass der Säugling erstickte.

Anders beurteilte das Gericht den Tod von Lisa, die im Januar 2004 in der Badewanne geboren wurde und nach Angaben der Mutter ertrank, und von der im September 2005 zur Welt gekommenen Marie, die angeblich erstickt war. Die 29-Jährige habe ihre Schwangerschaft verheimlicht und auch ihrem Lebensgefährten nichts davon erzählt, der ohnehin keine weiteren Kinder wollte. Das Risiko einer Hausgeburt, vor allem einer Wassergeburt, habe sie gekannt. Sie habe den Tod der beiden Mädchen daher zumindest billigend in Kauf genommen. Eine Gutachterin hatte die Frau für schuldfähig befunden.

Der Fall war ins Rollen gekommen, als die älteste Tochter nicht zur Vorschuluntersuchung erschien. Die Mutter führte die Beamten daraufhin zu einer Leiche. Wenige Tage später entdeckte die Polizei auch die Leichname zweier weiterer Babys in zwei anderen Wohnungen. Der Prozess hatte im August 2008 begonnen.

DPA DPA

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