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Tote Babys aus Plauen: Staatsanwalt fordert elf Jahre Haft für Mutter

Die Entdeckung hatte Ende 2007 deutschlandweit Schlagzeilen gemacht: In drei Wohnungen in Plauen waren in einem Koffer, einer Tiefkühltruhe und einem Blumenkübel drei verweste Babyleichen entdeckt worden. Im Prozess gegen die Mutter der Kinder hat die Anklage jetzt elf Jahre Haft für die 29-Jährige gefordert.

Die Mutter der drei toten Babys aus Plauen in Sachsen soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für elf Jahre ins Gefängnis. Zahlreiche Indizien ließen nur den Schluss zu, dass die 29-Jährige verantwortlich für den Tod der drei Mädchen sei, sagte Oberstaatsanwalt Holger Illing am Montag vor dem Landgericht Zwickau. Der Angeklagten wird Totschlag durch Unterlassen vorgeworfen. Sie soll zwischen 2002 und 2005 drei gesunde Mädchen geboren, diese aber nicht versorgt haben.

Verteidiger Dirk Simon forderte Freispruch für seine Mandantin: Die Beweislage reiche für eine Verurteilung nicht aus. Die 29-jährige gibt an, die Babys seien plötzlich von allein tot gewesen. Die Staatsanwaltschaft hält dies für eine Schutzbehauptung.

Die Leichen der Kinder waren Ende 2007 in drei Wohnungen in Plauen gefunden worden - in einem Koffer, in einer Tiefkühltruhe und in einem Blumenkübel. Die Babys waren im Februar 2002, im Januar 2004 und im September 2005 auf die Welt gekommen. Wegen der weit fortgeschrittenen Verwesung konnten die Todesursachen nicht mehr geklärt werden.

"Ich fühle mich in dem Prozess auch als Anwalt der drei Kinder", sagte Illing. "Sie hatten nie eine Chance, zu leben." Die Mädchen hätten nicht in die Lebensplanung der 29-Jährigen gepasst. Die Angeklagte habe die Leichen jeweils sorgfältig verpackt und damit den Tod der Babys gezielt verschleiern wollen, sagte Illing. Einem psychiatrischen Gutachten zufolge ist die Angeklagte voll schuldfähig.

DPA/AP / AP / DPA
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