Tote Babys Ein Säugling war lebensfähig


Von den drei toten Babys, die eine Mutter im Sauerland über Jahre in ihrer Kühltruhe versteckt hatte, war mindestenes eins lebensfähig. Das hat eine erste Obduktion ergeben. Bei den drei toten Kindern handelt es jeweils um Mädchen.

Eines der drei in einer Tiefkühltruhe gefundenen Babys aus dem sauerländischen Wenden war nach Angaben der Staatsanwaltschaft lebensfähig. Bei einer Obduktion wurden weder Anzeichen äußerer Gewalt noch Missbildungen gefunden, wie Staatsanwaltschaft und Polizei erklärten. Genauere Untersuchungen zur Todesursache des Mädchens stehen demnach noch aus. Die zwei anderen Kinderleichen sollen am Mittwoch obduziert werden.

Zuvor war bekannt geworden, dass es sich bei den drei toten Babys um Mädchen handelte. Die Mutter, die zugegeben hat, die Babys nach deren Tod in einer Kühltruhe abgelegt zu haben, hat die Schwangerschaften wohl selbst vor ihrem Ehemann geheim gehalten.

Am Sonntagabend waren in der Tiefkühltruhe eines Wohnhauses in Wenden bei Olpe die Leichen von drei Säuglingen entdeckt worden. Der 18 Jahre alte Bruder der Neugeborenen hatte bei der Suche nach einer Tiefkühlpizza den grausigen Fund gemacht.

Die 44-jährige Mutter von drei erwachsenen Kindern wurde unter dem Verdacht des Totschlags verhaftet. Sie soll die Babys bereits Ende der 80er Jahre zur Welt gebracht, in Plastiktüten verpackt und eingefroren haben. Die Frau sei weiterhin nicht ansprechbar, sagte Daheim. Eine Obduktion unmittelbar nach dem Fund der Babyleichen war nicht möglich, da die Körper zunächst langsam aufgetaut werden mussten, um keine Spuren zu zerstören.

Die Mutter steht im Verdacht die Schwangerschaften selbst vor ihrem 47 Jahre alten Ehemann geheim gehalten zu haben. Es gebe Hinweise darauf, dass die Frau die drei Kinder zu verschiedenen Zeitpunkten lebendig zur Welt gebracht habe, sagte der Staatsanwalt.

Die Frau habe zugegeben, die Kinder nach deren Tod in der Truhe abgelegt zu haben. Die Familie aus dem Dörfchen Möllmicke bei Wenden war bisher völlig unauffällig. "Es gibt bei uns keinerlei Akten", sagte der Fachdienstleiter des Olper Jugendamtes, Thomas Droste.

DPA/AP AP DPA

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