Tote Babys in Kühltruhe Mutter bestreitet Tötungsabsicht


Die Mutter, die ihre drei Babys getötet und über Jahre in einer Kühltruhe in ihrem Haus im Sauerland versteckt haben soll, hat zum Auftakt des Prozesses jede Tötungsabsicht bestritten. Die Leichen der drei Mädchen waren vor einem halben Jahr vom 18-jährigen Bruder entdeckt worden.

Ein halbes Jahr nach dem Fund dreier Babyleichen in einer Tiefkühltruhe im sauerländischen Wenden hat am Dienstag vor dem Landgericht Siegen der Prozess gegen die 44-jährige Mutter der Kinder begonnen. Sie muss sich wegen Totschlags verantworten. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat Monika H. die Mädchen unmittelbar nach der Geburt getötet. Angeklagt ist sie allerdings nur in zwei Fällen - das dritte Baby soll vor mehr als 20 Jahren auf die Welt gekommen sein, die Tat gilt damit als verjährt.

In einer ersten Aussage hat Monika H. zugegeben, die Leichen ihrer Töchter in der Kühltruhe versteckt zu haben. Sie habe die Kinder bei sich haben wollen, sagte die 44 Jahre alte Hausfrau. Den ihr vorgeworfenen zweifachen Totschlag räumte sie aber nicht ein. Sie habe gewollt, dass die Kinder überleben, sagte sie.

Der 18-jährige Sohn der Frau hatte die toten Geschwister Anfang Mai bei der Suche nach einer Tiefkühlpizza entdeckt. Der Anklageschrift zufolge hatte die Mutter dreier erwachsener Kinder die ungewollten Schwangerschaften vor der Familie geheimgehalten und die Babys unbemerkt zur Welt gebracht. Ein 1988 geborenes Kind soll sie erstickt und den Leichnam danach, eingewickelt in eine Zeitung, ein Handtuch und eine Plastiktüte, in der Tiefkühltruhe im Keller des Hauses verstaut haben. Zwischen 2003 und 2007 wurde sie laut Staatsanwaltschaft erneut schwanger - auch dieses Baby soll sie mit einem Tuch erstickt oder unversorgt dem Sterben überlassen haben.

Monika H. war zusammen mit ihrem drei Jahre älteren Mann und der 24-jährigen Tochter auf der Polizeiwache erschienen und hatte Selbstanzeige erstattet. Nach ihrem Teilgeständnis hatte sich die Frau nicht weiter zu den Vorwürfen geäußert. Sie galt während ihrer Zeit in der Untersuchungshaft als nicht vernehmungsfähig. Seit Oktober ist sie auf eigenen Wunsch in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

Sollte H. für schuldig befunden werden, drohen ihr 15 Jahre Haft. Für den Prozess sind zunächst drei Tage angesetzt. Das Urteil wird frühestens für Anfang Dezember erwartet.

AP/DPA AP DPA

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