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Er hielt es nicht mehr aus: Mörder gesteht nach 28 Jahren - sechs Jahre Haft

Das Landgericht Karlsruhe hat in einem ungewöhlichen Fall sein Urteil gefällt: Eine junge Italienerin war vor 28 Jahren einen schrecklichen Tod gestorben. Jahrzehntelang bliebt der Täter unentdeckt, bis er sich plötzlich stellte.

Im LanDer Angeklagte im Mordprozess um eine 30-jährige Eisverkäuferin versteckt sich hinter einer Mappe im Landgericht Karlsruhe

Im Landgericht Karlsruhe versteckt sich der Angeklagte im Mordprozess um eine 30-jährige Eisverkäuferin hinter einer Mappe 

Fast 30 Jahre nach dem grausamen Tod einer jungen Italienerin ist ein wegen Mordes angeklagter Mann zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Der heute 48-Jährige habe die damals 25 Jahre alte Eisverkäuferin aus sexuellen Motiven erdrosselt, begründete der Vorsitzende Richter am Landgericht Karlsruhe am Freitag die Entscheidung. Damit sei der Tatbestand des Mordes erfüllt. An der Toten habe der Angeklagte sexuelle "Ersatzhandlungen" vorgenommen. Auch der Missbrauch sei erwiesen.

Der hatte die 25-jährige Antonella B. am 21. Juni 1987 im Karlsruher Hardtwald vom Fahrrad gerissen und erdrosselt. Er war zum Tatzeitpunkt 20 Jahre alt, weshalb er nach dem Jugendstrafrecht verurteilt wurde. Damit lag die Höchststrafe bei lediglich zehn Jahren, nach dem Erwachsenenstrafrecht wird Mord mit lebenslanger Haft bestraft.

Der nach dem Verbrechen in der Schweiz lebende Mann hatte sich im Februar den Basler Behörden gestellt, weil er die Schuld nicht länger ertragen hatte. "Ich habe es nicht mehr ausgehalten", erklärte der Mann vor Gericht sein spätes Geständnis. Eine 20-köpfige Mordkommission hatte über Jahre vergeblich nach dem Täter gefahndet.

Gericht folgte der Staatsanwaltschaft

Ein Sachverständiger hatte ihm verminderte Steuerungsfähigkeit attestiert. Auch das Geständnis des Mannes hatte sich strafmildernd ausgewirkt. Die Verteidigung hatte auf Totschlag und damit auf Freispruch wegen Verjährung plädiert, die Staatsanwaltschaft auf sechs Jahre wegen Mordes. Dem folgte das Gericht.

hev / DPA