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Trauerfeier für Michael Brown: "Wie laut müssen wir schreien?"

Die Trauerfeier für ihn soll die USA aufrütteln: In einem bewegenden Gospel-Gottesdienst nahmen Tausende Abschied von dem erschossenen Teenager Michael Brown. Aus Respekt fielen auch die Proteste aus.

Trauerfeier für den getöteten 18-Jährigen Michael Brown: Neben dessen schwarzem Sarg sind Fotos aufgestellt.

Trauerfeier für den getöteten 18-Jährigen Michael Brown: Neben dessen schwarzem Sarg sind Fotos aufgestellt.

Mit einem feierlichen Gospel-Gottesdienst haben Tausende Menschen in den USA des getöteten schwarzen Jugendlichen Michael Brown gedacht. In der Baptistenkirche in St. Louis im Staat Missouri stimmten sie am Montag feierliche Gesänge an, kurz darauf betraten die Angehörigen Browns die Kirche.

In der ersten Reihe saß die Mutter des getöteten 18-Jährigen, Lesley McSpadden. Neben dem schwarzem Sarg des 18-Jährigen waren Fotos von ihm aufgestellt. Auf dem Sarg lagen eine schwarze Baseballkappe und ein Kranz roter Rosen.

Die etwa 5000 Plätze der Kirche waren so schnell gefüllt, dass die Menschen in einen zweiten Saal mit rund 2500 Sitzen ausweichen mussten, der bald aber ebenfalls vollbesetzt war. Vor der Kirche warteten zahlreiche Journalisten.

"Ferguson ist ein Symbol für viele Städte in Amerika"

"Ich glaube, Ferguson ist ein Symbol für viele Städte in Amerika", sagte Brown-Anwalt Benjamin Crump gegenüber CNN. "Wie laut müssen wir schreien, bevor wir nicht noch einen Michael Brown haben, bevor wir nicht noch einen Trayvon Martin haben?" Neben den Angehörigen Browns nahmen zahlreiche Prominente an dem Gottesdienst teil.

Auch Präsident Barack Obama schickte eine Delegation nach St. Louis. Der schwarze Bürgerrechtler Al Sharpton, Jesse Jackson und Filmemacher Spike Lee ("Malcom X"), sowie die Rapper und Musikproduzenten Sean Combs ("Puff Daddy") und Snoop Dogg wollten anreisen. Der auch als TV-Moderator bekannte Sharpton richtete sich in einer Rede an das Publikum.

"Wir sollten hier heute nicht sitzen und so tun, als würden wir etwas beobachten, was in Ordnung ist", sagte Sharpton in seiner flammenden Ansprache. Der Teenager Brown würde heute das College besuchen, wäre er nicht vom weißen Polizisten Darren Wilson erschossen worden. Brown wolle in Erinnerung bleiben als jemand, der die Debatte über den Umgang mit der Polizei angestoßen habe. "Hier geht es um Gerechtigkeit", rief Sharpton. Der Gouverneur des Bundesstaats Missouri, Jay Nixon, nahm dagegen nicht teil. Nach der Trauerfeier sollte Brown im engen Familienkreis auf einem nahe gelegenen Friedhof beigesetzt werden.

Der TV-Sender NBC meldete, dass Unterstützer rund 216.000 Dollar (164.000 Euro) gesammelt hätten, um Browns Familie zu unterstützen.

"Leichnam vier Stunden auf der Straße liegen lassen"

Bereits lange vor Beginn der Feiern hatten sich vor der Kirche lange Schlangen von Menschen gebildet, die Brown die letzte Ehre erweisen wollten. "Ich bin besonders schockiert, weil sie seinen (Browns) Leichnam vier Stunden auf der Straße haben liegen lassen, bevor sie etwas getan haben", sagte eine Teilnehmerin des Gottesdienstes.

Der unbewaffnete Brown war am 9. August in Ferguson von einem weißen Polizisten erschossen worden. Der Vorort von St. Louis wurde daraufhin tagelang von schweren Ausschreitungen erschüttert. Der Vater des Jungen, Michael Brown senior, #link;http://www.stern.de/panorama/ferguson-vater-des-getoeteten-michael-brown-ruft-zur-stille-auf-2133280.html;hatte die Demonstranten zuvor um einen Tag der Ruhe und des Gedenkens gebeten#. Unweit der Straße, wo Brown erschossen wurde, waren Protestler immer wieder gewaltsam mit der Polizei aneinandergeraten, die teilweise Blendgranaten und Tränengas einsetzte. In der Nacht zum Montag blieb es in Ferguson allerdings ruhig, auch für den Abend wurden Beobachtern zufolge keine größeren Proteste erwartet.

mia/DPA / DPA