Troy Albert Kunkle Exekution per Giftspritze


Der gebürtige Nürnberger Troy Albert Kunkle verbrachte in der Todeszelle sein halbes Leben, weil er als 18-Jähriger einen Mord begangen hatte. Die Hinrichtung im texanischen Huntsville wurde zwei Mal ausgesetzt - seine Hoffnung hielt nur kurz.

In Texas ist am Dienstag (Ortszeit) ein wegen Raubmordes verurteilter gebürtige Nürnberger hingerichtet worden. Die Hinrichtung des 38 Jahre alten Troy Albert Kunkle war im vergangenen Jahr zwei Mal ausgesetzt worden. Kunkle war wegen der Erschießung eines 31-Jährigen vor 20 Jahren in der Stadt Corpus Christi verurteilt worden. Nach der Tat soll der damals 18-Jährige den Refrain aus einem Lied der Heavy-Metal-Band Metallica gesungen haben: "Another day, another death, another sorrow, another breath".

Zusammen mit vier Freunden war Kunkle den Gerichtsakten zufolge am 11. August 1984 nach dem Konsum von Bier und Drogen von San Antonio aus an den Strand von Corpus Christi gefahren. Dort traf die Gruppe auf den 31-jährigen Stephen Horton. Sie boten ihm an, ihn ein Stück im Auto mitzunehmen. Nachdem er eingestiegen war, wurde er von Kunkle nach Aussage von Zeugen mit einer Pistole erschossen. Die fünf Männer warfen die Leiche des Opfers aus dem Fahrzeug und nahmen seinen Geldbeutel mit 13 Dollar an sich. Nach der Verhaftung aller Beteiligten in San Antonio wurde Kunkle zum Tode verurteilt. Drei seiner Freunde erhielten Gefängnisstrafen bis zu 30 Jahren, der vierte wurde nicht angeklagt.

Die Anwälte Kunkles hatten vergeblich geltend gemacht, dass ihr Mandant in einer schwierigen Umgebung groß geworden sei. Kunkles Vater war als US-Soldat in Nürnberg stationiert; seine Eltern litten beide an Depressionen und waren deswegen in Behandlung. Der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly hatte sich mehrmals für den Häftling eingesetzt. In einem Brief an den texanischen Gouverneur Rick Perry bat er diesen, die Todesstrafe gegen Kunkle in lebenslange Haft umzuwandeln.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker