Tschetschenien Menschenrechtlerin im Nordkaukasus erschossen


Es war eine regelrechte Hinrichtung: Im Nordkaukasus ist die prominente Menschenrechtlerin Natalja Estemirowa zunächst entführt und anschließend erschossen worden. Ihre Leiche wies mehrere Schüsse in Kopf und Brust auf.

In der russischen Konfliktregion Nordkaukasus ist die prominente Menschenrechtsaktivistin Natalja Estemirowa erschossen worden. Die Leiche der Mitarbeiterin der Menschenrechtsorganisation Memorial sei am Mittwoch in der russischen Teilrepublik Inguschetien gefunden worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau mit. Estemirowa sei mit mehreren Kopf- und Brustschüssen getötet worden.

Die 50-jährige Aktivistin gilt ähnlich wie die 2006 getötete regierungskritische Tschetschenien-Reporterin Anna Politkowskaja als engagierte Kämpferin für die Menschenrechte im früheren Kriegsgebiet Tschetschenien. Estemirowa sei am Mittwochmorgen nach Verlassen ihres Hauses von Unbekannten in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny gekidnappt worden, hatte ein Memorial-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur dpa in Moskau mitgeteilt.

Estemirowa hatte die Öffentlichkeit nicht nur während des Tschetschenien-Krieges über die oft mit staatlicher Duldung begangenen Verbrechen an Zivilisten informiert. Sie half auch in den vergangenen Jahren Familien bei der Suche nach Angehörigen. Dabei gab es immer wieder Berichte über grobe Menschenrechtsverstöße wie Entführungen und Folter durch Staatsorgane. Sie war seit Jahren Bedrohungen von Staatsorganen ausgesetzt, wie Zeugen berichten.

DPA/AP AP DPA

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