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Eskalierte Zwangsräumung: "Schlossgespenst" springt in den Tod - Einzigartiges Archiv verbrennt

Sie nannten ihn "das Schlossgespenst": Ein 69-jähriger gescheiterter Akademiker steckt seine Wohnung in Brand. Auf der Flucht vor der Zwangsräumung springt er in den Tod. Das Feuer vernichtet ein unwiederbringliches Kultur-Archiv.

Von Sophie Herwig, Tübingen

Feuerwehr löscht Brand in Tübinger Haus - Bewohner stürzt in die Tiefe, wertvolles Sprach-Archiv zerstört

Rauch dringt aus einem Haus in Tübingen, das der Universität gehört. Das Feuer vernichtet ein unwiederbringliches Sprach-Archiv. Ein Bewohner springt in den Tod.

Die Kugel verfehlt den Arm des Mitarbeiters vom Ordnungsamt nur knapp. Er und der Gerichtsvollzieher können gerade noch in Deckung gehen.

Es ist eigentlich ein ganz normaler Montag, 9 Uhr, eine geplante Zwangsvollstreckung, Alltag. In der Biesingerstraße 26 in Tübingen soll eine Wohnung geräumt werden. Walter R. steht zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Balkon und wartet. In seiner Hand hält er eine Waffe. Um 9:02 Uhr fällt der Schuss, während Flammen aus dem 2. Stock des unscheinbaren Einfamilienhauses lodern, das der Universität Tübingen gehört. Kurz darauf stürzt Walter R. vom Balkon sechs Meter in die Tiefe. Die Notärztin versucht ihn 30 Minuten lang wiederzubeleben. Ohne Erfolg. Walter R. stirbt noch am Unglücksort an seinen Verletzungen.

Etwa zeitgleich rückt die Feuerwehr an, das Gebäude steht bereits komplett in Flammen. Ein Betreten ist nicht mehr möglich. Es knallt: Fenster zerspringen durch die Hitze. Im ersten Stock befindet sich das Büro und Privatarchiv von Professor Hermann Bausinger, dem Grand Seigneur und Erneuerer der Deutschen Volkskunde. Über viele Jahrzehnte hinweg war er Leiter des Tübinger Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaften. Er begründete das LUI nach dem Krieg neu und befreite es thematisch vom Dritten Reich. Heute ist Hermann Bausinger 91 Jahre alt und fährt noch immer jeden Tag in sein Büro in der Biesingerstraße. Dort, im ersten Stock, lagert ein kulturhistorische Schatz von Baden-Württemberg: Lexika, Tonbandaufzeichnungen von schwäbischen Dialekten aus dem 19 Jahrhundert, Bücher über Volkskultur und Volkskunde, Schriften, Nachschlagewerke, seine gesamte Korrespondenz aus Jahrzehnten. Vieles davon fressen die Flammen, fast alles ist unwiederbringlich verloren.

Uni in Tübingen verliert Sprach-Archiv

Professor Hubert Klausmann , Direktor des Projekts "Sprachalltag in Baden-Württemberg", spricht von einem Komplettschaden und dem Verlust von unersetzbaren Dokumenten. "Viel von unserer Arbeit war für die Katz. Ein Institut mit sieben Mitarbeitern ist jetzt heimatlos." Hunderte von CDs, auf denen Dialekte gespeichert sind, gingen zugrunde. Zum Glück ist ein Großteil davon auf dem zentralen Uni-Server gesichert. Bausinger, der noch täglich in seinem Büro arbeitet, ist vor ein paar Tagen nach Südafrika geflogen, noch weiß er nicht, dass sein Lebenswerk in Flammen aufgegangen ist.

Der Brandstifter ist ein 69-jähriger Kauz. Nachbarn nennen ihn "das Schlossgespenst", weil Walter R. jeden Kontakt zu ihnen gemieden hat und grußlos mit seinem Fahrrad an ihnen vorüber fuhr. In seiner Wohnung brannte jede Nacht das Licht. Die Wohngegend ist nicht die schlechteste in der Universitätsstadt unweit von Stuttgart. Olympiasieger Dieter Baumann wohnt gleich nebenan.


"Die werden in ihrem eigenen Dreck ersticken"

Geboren 1947 im Rheinland, war Walter R. in den 1980er-Jahren kurz am Klinikum der Universität Tübingen angestellt als Diplom-Psychologe. Er studierte außerdem Geschichte und Philosophie. Doch eine feste Anstellung fand er nie. Zuletzt verdiente er 90 Euro im Monat - als Hilfskraft. Er lebte von der Sozialhilfe. Sein kleines Büro nutze er als Wohnraum, doch die Universität versuchte seit 2011 den gescheiterten Akademiker aus dem Haus zu klagen. Walter R. wehrte sich und klagte seinerseits gegen die Uni. "Sobald ich ausgezogen bin, werden die in ihrem eigenen Dreck ersticken", schrieb er in einem Brief an den Uni-Rektor.

Immer wieder drohte die Universität mit der Zwangsräumung. Und obwohl die Stadt dem schrulligen Kauz mehrfach eine gut ausgestattete Wohnung anbot, lehnte er ab. Einmal bat er den bekannten Professor von nebenan, ihn anzustellen, nur um im Gebäude wohnen bleiben zu können.

Jetzt suchen die Wissenschaftler in den Trümmern des Gebäudes, was an Dokumenten noch zu retten ist.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.