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Türkei-Klassenfahrt: Festnahmen nach Alkohol-Tod

Bewegung im Fall der drei Lübecker Schüler, die nach dem Genuss von gepanschtem Raki in der Türkei gestorben sind: Die türkische Polizei hat zwei Verdächtige festgesetzt. Es handelt sich dabei um leitende Angestellte des "Anatolia Beach Hotels" in Kemer. Nach einem dritten Mann wird gefahndet.

Nach dem Tod von drei deutschen Realschülern nach einem Trinkgelage in einem südtürkischen Hotel hat die türkische Justiz am Montag zwei Verdächtige in Haft genommen. Es handele sich um leitende Angestellte des Hotels im Ferienort Kemer, in dem Ende März das tödliche Trinkgelage stattfand, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Abend. Bei einer Überprüfung hatten die Behörden demnach gepanschten Alkohol in dem Hotel gefunden.

Laut Anadolu wurden der für Speisen und Getränke in dem Hotel zuständige Manager und der Chefeinkäufer des "Anatolia Beach Hotels" in Untersuchungshaft genommen. Nach den Ereignissen hätten die Behörden insgesamt 37 verschiedene Alkohol-Proben in dem Hotel genommen. In einer Probe sei ein hoher Methanol-Anteil festgestellt worden.

Ende März waren Mitglieder einer Besuchergruppe eines Lübecker Schulzentrums nach einem Trinkgelage in dem Hotel ins Krankenhaus eingeliefert worden. Ein 21-jähriger starb noch im Hotelzimmer, er hatte nach Angaben der deutschen Staatsanwaltschaft eine tödliche Menge Methanol im Blut. Zwei weitere Mitglieder der Schülergruppe starben nach ihrer Verlegung in die Bundesrepublik. Methanol kommt häufig in gepanschtem Alkohol vor.

Bisher unbestätigten Berichten zufolge hatten sich die jungen Deutschen im Hotel trotz eines von ihrem Lehrer ausgesprochenen Alkoholverbots Wodka besorgt.

Wie die türkische Zeitung "Milliyet" in ihrer Internetausgabe meldet, wird darüber hinaus der Spirituosen-Lieferant des Hotels mit Haftbefehl gesucht. Der Unternehmer Cengiz E. sei von der Staatsanwaltschaft in Kemer zur Vernehmung vorgeladen worden, aber nicht erschienen, hieß es in dem Bericht. Da E. auch nicht an seinem Wohnort anzutreffen gewesen sei, habe die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl erwirkt.

AFP / AFP