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Bundespräsident kondoliert Tuğçes Familie: "Unser ganzes Land trauert mit Ihnen"

Mit einem Kondolenzschreiben an ihre Familie ehrt Joachim Gauck die verstorbene Tuğçe A. als Vorbild. Der Bundespräsident prüft nun, ob ihr posthum das Bundesverdienstkreuz verliehen werden kann.

Trauer um Tugce vor der Klinik in Offenbach

Trauer um Tugce vor der Klinik in Offenbach

Bundespräsident Joachim Gauck will ein Bundesverdienstkreuz für die nach einer Prügelattacke gestorbene Tugce A. prüfen lassen. Das teilte Gauck nach Informatioenn der Nachrichtenagentur DPA am Samstag der Internetplattform "change.org" mit.

Auf dieser war eine entsprechende Online-Petition ins Leben gerufen worden, die bis Samstagmittag mehr als 100.000 Menschen unterstützen. Der Bundespräsident werde den Wunsch prüfen, Tuğçe A. mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland zu würdigen, schrieb Gauck an "change.org". Diese Prüfung entspricht dem üblichen Verfahren. In einem Beileidsschreiben an die Familie betont Gauck, die junge Frau habe "unser aller Dankbarkeit und Respekt verdient". Sie werde immer ein Vorbild bleiben. "Wo andere Menschen wegschauten, hat Tuğçe in beispielhafter Weise Mut und Zivilcourage bewiesen."

Weiter heißt es in dem Kondolenzschreiben nach Angaben des Präsidialamts: "Ich bin wie ungezählte Bürgerinnen und Bürger entsetzt und erschüttert über diese schreckliche Tat. Tuğçe hat unser aller Dankbarkeit und Respekt verdient. Sie wird immer ein Vorbild bleiben. Unser ganzes Land trauert mit Ihnen."

Die Studentin war vor zwei Wochen in Offenbach Opfer eines Schlägerangriffs geworden. Ärzte stellten zunächst ihren Hirntod fest. Am Freitagabend wurden die lebenserhaltenden Maßnahmen auf Wunsch der Familie eingestellt. Der mutmaßliche Täter, ein 18-Jähriger, sitzt in Untersuchungshaft.

Vor fünf Jahren war auch der Manager aus dem niederbayerischen Ergoldsbach, Dominik Brunner, nach seinem tödlichen Einsatz als Streitschlichter in München posthum mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

haw/DPA / DPA