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Interview mit der Mutter: Tuğçe wollte sich dieses Jahr verloben

Nach dem Tod von Tuğçe Albayrak meldet sich jetzt ihre Mutter in einem Interview zu Wort. Darin erzählt sie, wie sie die Tatnacht erlebt hat, was sie tröstet und welche Pläne ihre Tochter noch hatte.

Zur Trauerfeier von Tuğçe Albayrak kamen neben ihrer Familie mehr als 1000 Menschen, um sich von der Studentin zu verabschieden

Zur Trauerfeier von Tuğçe Albayrak kamen neben ihrer Familie mehr als 1000 Menschen, um sich von der Studentin zu verabschieden

Über 1000 Menschen verabschiedeten sich in dieser Woche von der bei einer Prügelattacke tödlich verletzten Tuğçe Albayrak. Besonders schwer war die Trauerfeier für die Familie der Studentin. Ihre Mutter spricht jetzt in einem Interview mit der "Bild" über den Vorfall und das Leben ihrer Tochter.

Darin schildert sie auch, wie sie von dem Angriff auf ihre Tochter erfahren hat: "Morgens klingelte das Telefon. Ihre Freunde waren dran und sagten, Tuğçe sei gestürzt. Aber wir hatten natürlich keine Ahnung, wie schlimm es wirklich war." Tagelang habe sie sich an die Hoffnung geklammert, dass ihre Tochter wieder gesund werden würde - bis die Ärzte mitteilten, dass sie es nicht schaffen werde.

Eine Kamera zum Geburtstag

Mit der Abschaltung der lebenserhaltenden Maschinen warteten Tuğçes Eltern noch bis zum 23. Geburtstag ihrer Tochter. Für diesen Tag hatten sie sich bereits ein Geschenk überlegt: "Tuğçe fotografierte so gerne die Natur. Dieses Jahr wollten wir sie zum Geburtstag mit einer Kamera überraschen." Ein weiteres Geschenk wollte sich die junge Frau wenig später selbst machen: Noch in diesem Jahr habe sie sich mit ihrem Freund verloben und ihn nach ihrem Studium heiraten wollen.

Weil sie sich zu Lebzeiten zur Organspende bereit erklärt hatte, schlägt das Herz von Tuğçe nun in einem anderen Körper weiter. Für die Mutter sei es "ein großer Trost", dass durch den Tod ihrer Tochter ein anderes Leben gerettet werden konnte. Dennoch wird es vermutlich noch dauern, bis sie den Schmerz über den Verlust ihrer Tochter verarbeitet hat. Im Interview sagt sie: "Bis heute war ich nicht mehr in Tuğçes Zimmer. Es würde mir zu sehr wehtun."

Die junge Frau wurde im November auf dem Parkplatz eines Schnellrestaurants in Offenbach brutal von einem jungen Mann ins Koma geprügelt, nachdem sie in einen Streit eingegriffen hatte. Im Krankenhaus stellten die Ärzte später ihren Hirntod fest.

kup
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