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Trauerfeier für Tuğçe Albayrak: Abschied in der Moschee, Beisetzung in der Heimatstadt

Die Trauerfeier für Tuğçe Albayrak wird am Mittwoch in einer Moschee in Wächtersbach stattfinden. Danach wird das Opfer einer Prügelattacke auf einem Friedhof ihrer Heimatstadt beigesetzt.

Demonstranten haben in Berlin bei einer Kundgebung Plakate mit der Aufschrift "Unsere Heldin Tugce" sowie Bilder und Kerzen zum Gedenken an die Studentin abgelegt

Demonstranten haben in Berlin bei einer Kundgebung Plakate mit der Aufschrift "Unsere Heldin Tugce" sowie Bilder und Kerzen zum Gedenken an die Studentin abgelegt

Die Moschee von Wächtersbach wird am Mittwoch Schauplatz der Trauerzeremonie für die nach einer Prügelattacke gestorbenen Studentin Tuğçe Albayrak. Nach dem Mittagsgebet werde im Hof der Moschee ein Totengebet für die junge Frau gesprochen, sagte der Vorsitzende des Türkisch Islamischen Kulturvereins Wächtersbach, Hakan Akbulut. Danach werde Tuğçe auf dem Friedhof ihres Geburtsortes im benachbarten Bad Soden-Salmünster beigesetzt. Die Trauerfeier werde nach islamischem Ritus stattfinden.

Der Vater Tuğçes und ihre Familie seien häufiger in der Moschee in Wächtersbach östlich von Hanau zu Gast gewesen, sagte Akbulut. "Es ist noch immer sehr emotional für uns alle. Nicht nur die Familie ist betroffen", sagte er. #link;http://www.stern.de/panorama/tugce-a-wer-hat-die-videoaufnahme-der-pruegelattacke-veroeffentlicht-2156758.html;Der Fall habe Trauer in ganz Deutschland ausgelöst.#

Tuğçes Schicksal beschäftigt weiter Tausende

Das Schicksal der jungen Frau beschäftigt weiter Tausende. In Mahnwachen und in den sozialen Netzwerken bekunden seit Tagen Menschen aus ganz Deutschland ihre Bewunderung für den Einsatz der jungen Frau als Streitschlichterin. Die genauen Vorgänge vor dem Offenbacher Schnellrestaurant am 15. November sind aber noch immer nicht klar. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen Körperverletzung mit Todesfolge - über ihre bisherigen Erkenntnisse schweigen sie.

Zu den Aussagen von zwei jungen Mädchen, die tagelang dringend als Zeuginnen gesucht worden waren, gab es auch am Dienstag keine Auskunft. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte lediglich, die beiden seien minderjährig. Berichte, es seien die Mädchen, denen Tuğçe zu Hilfe gekommen sei, bestätigte er nicht.

Wer veröffentlichte das Video?

Die Ermittler untersuchen außerdem, wie ein Video in die Öffentlichkeit gelangte, das offensichtlich aus einer Überwachungskamera stammt. Darauf sind Szenen vom Parkplatz des Schnellrestaurants in der Tatnacht zu sehen. Tuğçe war dort niedergeschlagen und so schwer verletzt worden, dass sie ins Koma fiel und später starb. Das Video könne die Ermittlungen erschweren, Zeugen würden möglicherweise beeinflusst, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die "Bild"-Zeitung hatte das Video veröffentlicht.

Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis war stumpfe Gewalteinwirkung gegen den Kopf der Grund - ob von einem Schlag oder durch den Sturz blieb zunächst unklar. Mit dem endgültigen Obduktionsergebnis rechnen die Behörden erst in einigen Wochen. Der mutmaßliche Schläger, ein 18-Jähriger, sitzt in Untersuchungshaft und schweigt.

tis/DPA / DPA