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Nach Urteil im Tugce-Prozess: Frauen sollen auf Tugce-Bilder gespuckt haben

Schon vor der Urteilsverkündung im Tugce-Prozess kam es im Gerichtssaal zu Tumulten unter den Zuschauern. Danach sollen Frauen bei der Mahnwache auf Bilder des Opfers gespuckt haben.

Eine Frau trauert bei einer Mahnwache vor dem Gerichtsgebäude in Darmstadt um Tugce

Eine Frau trauert bei einer Mahnwache vor dem Gerichtsgebäude in Darmstadt um Tugce

Nach dem Urteil im Tugce-Prozess soll es bei einer Mahnwache für die tote Studentin zu Aggressionen gekommen sein. Mehrere Frauen hätten auf die Plakate mit Tugces Foto gespuckt und Beleidigungen ausgesprochen, berichteten Verwandte von Tugce.

Sie hatten am Dienstag vor dem Gerichtsgebäude in Darmstadt mit
Kerzen, Fotos und schwarzen Blumen an die 22-Jährige erinnert,
während Richter Jens Aßling im Gerichtssaal das Urteil gegen Sanel M.
begründete. Der 18-Jährige wurde wegen Körperverletzung mit
Todesfolge zu drei Jahren Jugendhaft verurteilt. Laut Polizei gab es
keine besonderen Auffälligkeiten.


Bereits vor dem Urteil war es im Gerichtsgebäude unter den wartenden
Zuschauern zu einem Tumult gekommen. Es gab Beleidigungen und
Rangeleien.

Die Verteidigung von Sanel M. will das Urteil im Tugce-Prozess anfechten. "Wir werden in Revision gehen", sagte sein Anwalt Heinz-Jürgen Borowsky am Dienstag vor dem Landgericht Darmstadt. Man halte die Begründung des Gerichts nicht für überzeugend, es hätte bessere Möglichkeiten für Sanel M. gegeben, als ihn jetzt im Gefängnis wegzusperren.


tis / DPA