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U-Bahn-Schläger: Anklage wegen versuchten Mordes

Das Landgericht München hat die Anklage wegen versuchten Mordes gegen die beiden mutmaßlichen U-Bahn-Schläger zugelassen. Der Prozess beginnt am 23. Juni. Die Angeklagten hatten einen Rentner beinahe zu Tode geprügelt und waren dabei von einer Überwachungskamera gefilmt worden.

Der Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Münchner U-Bahn-Schläger beginnt am 23. Juni. Die Jugendkammer des Landgerichts München I hat die Anklage wegen versuchten Mordes gegen den 21-jährigen Türken und den knapp 18 Jahre alten Griechen zugelassen und die Verhandlung auf mindestens fünf Tage bis 27. Juni angesetzt. Sollte dies nicht ausreichen, sind weitere Sitzungstage bis 12. September vorgesehen.

Die beiden zur Tatzeit 20 und 17 Jahre alten Angeklagten haben laut Staatsanwaltschaft am späten Abend des 20. Dezember 2007 in einer U-Bahn einen Rentner beleidigt, der sie auf das Rauchverbot hinwies. Als der 76-Jährige an der Station Arabellapark in München-Bogenhausen ausstieg, verfolgten ihn die vorbestraften Männer. Der Ältere schlug den Rentner laut Anklage nieder und trat auf den hilflos am Boden liegenden Mann ein. Der Jüngere habe ihm acht Faustschläge ins Gesicht versetzt und ihm zweimal gegen den Kopf getreten. Anschließend flüchteten beide mit dem Rucksack des Opfers. Der Rentner erlitt lebensgefährliche Schädelverletzungen, Gehirnblutungen sowie Hämatome am Kopf und am Körper.

Die Staatsanwaltschaft wertet das Verbrechen, das von einer Überwachungskamera gefilmt worden war, als versuchten Mord: Die Tat sei heimtückisch aus niedrigen Beweggründen verübt worden. Der Fall setzte eine Diskussion über die zunehmende Gewaltbereitschaft Jugendlicher und Heranwachsender in Gang. Insbesondere Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) ging während des hessischen Landtags-Wahlkampfs in zahlreichen Reden auf den brutalen Überfall ein, um eine härtere Gangart gegen kriminelle Jugendliche zu fordern.

DPA / DPA