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Fahrdienst-Anbieter: Uber-Fahrer in Indien der Vergewaltigung schuldig

Schwere Kritik am Fahrdienst Uber: Ein Fahrer der umstrittenen Taxi-Alternative wurde in Indien wegen Vergewaltigung verurteilt. Das Unternehmen soll ihn nicht überprüft haben - obwohl er bereits früher unter Vergewaltigungsverdacht stand.

Der mittlerweile verurteilte Vergewaltiger nach seiner Festnahme in Neu Dehli

In dem Wagen des wegen Vergewaltigung verurteilten Uber-Fahrers soll kein Ortungsgerät installiert gewesen sein

Ein Fahrer des Fahrdienst-Anbieters Uber ist in Indien wegen Vergewaltigung einer jungen Frau verurteilt worden. Ein Gericht in der indischen Hauptstadt Neu Delhi sprach den Angeklagten am Dienstag schuldig, die 25-Jährige im vergangenen Dezember während einer Fahrt entführt und missbraucht zu haben, wie der Anwalt des Mannes und die Staatsanwaltschaft mitteilten. Das Strafmaß soll am Freitag verkündet werden.

Die indische Uber-Kundin hatte Anfang Dezember ausgesagt, in Neu Delhi von einem Fahrer des Dienstes vergewaltigt worden zu sein. Dem US-Unternehmen wurde vorgeworfen, die Vergangenheit des Fahrers nicht überprüft und kein Ortungsgerät in dessen Auto installiert zu haben. Der Fahrer soll laut Medienberichten bereits in der Vergangenheit unter Vergewaltigungsverdacht gestanden haben.

Uber erhält neue Lizenz in Indien

Die Behörden in Neu Delhi verboten den Fahrdienst nach dem Angriff, inzwischen erhielt Uber aber eine neue Lizenz. Das kalifornische Startup bringt über eine Smartphone-App Fahrer und Mitfahrer zusammen. Die Preise für eine Fahrt liegen deutlich unter normalen Taxi-Tarifen.

Vergewaltigungen sind in Indien weit verbreitet. Im Dezember 2012 sorgte eine brutale Gruppenvergewaltigung einer Studentin in einem öffentlichen Bus in Neu Delhi weltweit für Schlagzeilen. Das Mädchen starb, die Tat löste eine landesweite Debatte über Gewalt gegen Frauen aus. Sie führte zu einer Verschärfung der Gesetzgebung, dennoch gibt es weiterhin immer wieder schwere Übergriffe.

amt / AFP