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Uckermark: 63-jähriger Selbstmörder gesteht Sexualmord an Tramperin

Die Polizei hatte schon aufgegeben, als ihr der Zufall zu Hilfe kam: In seinem Abschiedsbrief hat ein 63-jähriger Selbstmörder aus der Uckermark gestanden, vor 20 Jahren ein Mädchen vergewaltigt und ermordet zu haben.

Im Mai 1991 fanden Spaziergänger eine 15-jährige Tramperin aus Neubrandenburg tot nahe der Autobahn 11 in der Uckermark - unbekleidet und offenbar erwürgt. 20 Jahre lang liefen die Ermittlungen ins Nichts - auch ein Massenspeicheltest im März 2011 brachte keine neuen Erkenntnisse.

Mehrere Monate später, im Dezember 2011, warf sich ein 63-jähriger Mann an der Bahnstrecke Berlin-Bernau vor einen Schnellzug und starb.

Auf den ersten Blick zwei Ereignisse ohne jeglichen Zusammenhang - bis die Ermittler das zurückgelassene Auto des Selbstmörders untersuchten. Darin versteckt: ein Abschiedsbrief, in dem der Mann gestand, eben jenes Mädchen aus Neubrandenburg vergewaltigt und getötet zu haben.

Zwei Monate später, am heutigen Freitag, konnte die Akte endgültig geschlossen werden: "Mit den Angaben aus dem Abschiedsbrief, die wir überprüft haben, konnten wir den Fall jetzt abschließend aufklären", teilte der Chefermittler der Eberswalder Mordkommission, Axel Hetke, der Öffentlichkeit mit. Und Gerd Schnittcher, Chef der Neuruppiner Staatsanwaltschaft, zitierte laut Berliner Zeitung eine Passage aus dem Schriftstück: "Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort"

jwi (mit DPA)
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