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Überfall: Piraten kapern Frachter auf der Ostsee

Ob es dem legendären Seeräuber Klaus Störtebeker gefallen hätte? Der Pirat, der im 14. Jahrhundert auch auf der Ostsee sein Unwesen trieb, hat offenbar moderne Nachfolger gefunden. Diese haben unlängst den Frachter "Arctic Sea" gekapert. Die Seeräuber gaben das Schiff ohne Beute wieder frei.

Die schwedische Polizei ermittelt mit Hochdruck wegen einer möglichen Schiffkaperung auf der Ostsee. Dabei sollen acht maskierte und bewaffnete Männer den Frachter "Arctic Sea" zwölf Stunden in ihre Gewalt gebracht und russische Besatzungsmitglieder durch Schläge mit Gewehrkolben verletzt haben.

Die Piraten hätten das Schiff nach einem halben Tag ohne Diebesbeute wieder verlassen, berichtete die finnische Reederei des Schiffes. Vor diesem Hintergrund vermuteten Beobachter, dass möglicherweise Drogengangster hinter der Kaperung standen. Die auf Malta registrierte "Arctic Sea" hatte Kurs von Finnland nach Algerien und setzte ihre Fahrt nach dem Verschwinden der Piraten fort. Das Schiff soll inzwischen vor Spanien oder Portugal unterwegs sein.

Der zuständige Fahndungschef Ingemar Isaksson bestätigte am Freitag in der Zeitung "Expressen", dass die Reederei des Schiffes einen entsprechenden Bericht bei der russischen Botschaft in Helsinki abgeliefert hat. Die Behörden in Moskau hätten dannn die Polizei in Schweden erst nach knapp einer Woche eingeschaltet. Die Kaperung soll sich bereits in der Nacht auf Freitag letzter Woche ereignet haben.

Bisher kein Kontakt zur Besatzung

Isaksson erklärte, dass es "noch viele offene Fragen, aber keinen direkten Kontakt mit der Besatzung gibt". Nach Angaben der Reederei hatten die acht maskierten und bewaffneten Männer den mit Holz beladenen Frachter nordöstlich der Ostseeinsel Öland geentert. Sie gaben sich als Drogenfahnder der Polizei aus und durchsuchten das Schiff systematisch. Einem der 15 vorwiegend aus Russland stammenden Seeleute an Bord seien Zähne ausgeschlagen worden, hieß es weiter.

Isaksson sagte: "Es gibt keinerlei Indizien, dass das ein neuer Trend bei uns sein könnte." In moderner Zeit habe es nicht einen einzigen Vorfall mit Piraten in schwedischen Gewässern gegeben. Massiv mit Schiffskaperungen zu kämpfen hat die internationale Schifffahrt derzeit vor den Küsten Somalias in Ostafrika.

DPA / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?