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Überfall Teufelstal: Polizei fasst mutmaßlichen Neonazi-Schläger

Die Thüringer Polizei hat den mutmaßlichen Haupttäter des Neonazi-Überfalls auf Gewerkschafter an der Raststätte Teufelstal gefasst. Es handele sich um einen 32-jährigen Mann aus dem Saarland. Bei weiteren zwei Verdächtigen rückten die Beamten zur Hausdurchsuchung an.

Nach dem brutalen Neonazi-Überfall auf Demonstranten vor gut einer Woche auf der Raststätte Teufelstal in Thüringen hat die Polizei den mutmaßlichen Haupttäter gefasst. Wie das Innenministerium in Erfurt am Dienstag mitteilte, handelt es sich um einen 32 Jahre alten Mann aus dem Saarland. Er sei der Polizei bereits durch einschlägige Straftaten bekannt.

Gegen den Mann wurde Haftbefehl erlassen. Der seit einigen Monaten im Saarland lebende 32 Jahre alte Thüringer sitze im Saarbrücker Gefängnis, sagte am Mittwoch ein Sprecher der Geraer Staatsanwaltschaft. Der 32-Jährige sei von mehreren Zeugen als derjenige geschildert worden, der einem am Boden liegenden Mann ins Gesicht getreten habe. Der wegen Drogendelikten mehrfach vorbestrafte Verdächtige bestreite die Vorwürfe.

Auf der Rückreise von einer Kundgebung in Dresden waren die Neonazis auf dem Rastplatz Teufelstal an der Autobahn 4 mit Gegendemonstranten aneinandergeraten. Gemeinsam mit zwei Komplizen soll der Mann zugeschlagen haben. Ein 42-Jähriger wurde schwer am Kopf verletzt, vier weitere Männer erlitten leichte Verletzungen. Laut Ministerium wurden auch die Wohnungen zweier anderer Tatverdächtiger durchsucht.

Zum 64. Jahrestag der Bombardierung Dresdens waren am 14. Februar in der sächsischen Landeshauptstadt rund 6000 Neonazis aufmarschiert. Zeitgleich demonstrierten mehr als 10.000 Menschen gegen Rechtsextremismus und Geschichtsverfälschung. Auf der Rückreise am Abend traf der Bus mit Neonazis auf dem Autobahn-Rastplatz in Thüringen auf eine Gruppe von Gewerkschaftern, Friedensaktivisten und Mitgliedern der Partei Die Linke aus Nordrhein-Westfalen und Hessen.

Die Staatsanwaltschaft nahm nach dem Überfall Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs und schwerer Körperverletzung auf. Verdächtig waren 41 Neonazis, deren Bus die Polizei kurz nach dem Übergriff gestoppt hatte. Sie nahm die Personalien auf, verzichtete jedoch auf Festnahmen. Gesucht wird auch nach einem Mann aus Schweden, der an der Tat beteiligt gewesen sein soll.

DPA/AP / AP / DPA