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Überfall vor Benin: Piraten töten Seemann auf deutschem Schiff

Piraten haben vor der Küste von Benin ein deutsches Schiff angegriffen: Sie näherten sich auf einem Schnellboot, töteten ein Besatzungsmitglied und entkamen mit Bargeld aus dem Safe des Öltankers. Allerdings gelang nicht allen die Flucht.

Vor der Küste von Benin haben Piraten einen Öltanker einer deutschen Reederei angegriffen und dabei ein ukrainisches Besatzungsmitglied getötet. Bei dem Toten handelt es sich um den Ersten Ingenieur der "Cancale Star", sagte ein Sprecher der deutschen Reederei Chemikalien Seetransporte der Nachrichtenagentur AFP. Vier weitere Besatzungsmitglieder seien verletzt worden.

Die laut ihrer Internetseite in Hamburg ansässige Reederei erklärte ferner, der 230 Meter lange Öltanker sei am frühen Dienstagmorgen vor der Küste von Benin angegriffen worden. Der Sprecher des Unternehmens sagte, die Besatzung setze sich aus 13 Philippinern, vier Russen, fünf Ukrainern und zwei Letten zusammen. Das Schiff fährt unter liberischer Flagge. Der lettische Kapitän des Tankers sagte der Nachrichtenagentur AFP, rund ein halbes Dutzend Piraten habe sich seinem Schiff in einem Schnellboot genähert, sei an Bord gekommen und habe ihn dann gezwungen, das Bargeld aus dem Safe des Schiffes herauszugeben. Der Kapitän machte keine Angaben zur Höhe der erbeuteten Summe.

Besatzung nimmt einen Piraten gefangen

Seiner Schilderung nach wurde der Seemann während einer Auseinandersetzung mit den Piraten erschossen. Danach flohen die Angreifer, sie mussten jedoch einen der Piraten an Bord des Schiffes zurücklassen, der von der Besatzung der "Cancale Star" überwältigt worden war. Der offenbar aus Nigeria stammende Pirat wurde demnach der Polizei von Benin übergeben. Experten zufolge ist Nigeria für die Schifffahrt fast ebenso gefährlich wie das für seine Piratenüberfälle berüchtigte Somalia. Die Internationale Seefahrtsbehörde (IMB) schätzt, dass es dort seit Jahresbeginn ähnlich viele Überfalle gab wie vor Somalia, die aber weitaus seltener gemeldet wurden.

AFP/AP / AP
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