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Kritik nach Übergriffen in Köln "Fassungslos über die Hilflosigkeit der Polizei"

Trotz Polizeipräsenz kommt es in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof zu massiven Übergriffen. Der Fraktionsgeschäftsführer der Grünen im Kölner Stadtrat, Jörg Frank, übt harsche Kritik an den Einsatzkräften.

Nach den sexuellen Übergriffen und Raubüberfällen in der Silvesternacht geraten die Kölner Polizei und die Bundespolizei zunehmend in die Kritik. Trotz Polizeipräsenz am Hauptbahnhof wollen die Beamten nichts von den massiven Attacken mitbekommen haben. Die Bundespolizei, die für den Bahnhof zuständig ist, war nach Angaben von Wolfgang Wurm, Präsident der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin, mit 70 Kräften vor Ort. Die Kölner Polizei hatte im Bereich Hauptbahnhof und Dom rund 140 Beamte im Einsatz.

Rund 90 Anzeigen sind mittlerweile bei der Polizei eingegangen. Mehrere Frauen sollen in der Menge bedrängt, begrapscht und beklaut worden sein. Zwischenzeitlich wurde der Platz vor dem Hauptbahnhof sogar geräumt, wie die Polizei an Neujahr mitteilte, um "eine Massenpanik durch Zünden von pyrotechnischer Munition bei den circa 1000 Feiernden zu verhindern". Von den berichteten Vorfällen habe man aber erst durch die Anzeigen erfahren.

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Harsche Kritik von den Grünen

Der Fraktionsgeschäftsführer der Grünen im Kölner Stadtrat, Jörg Frank, sagte dem stern, er sei "fassungslos über die Hilflosigkeit der Polizei". Die Beamten seien von den Vorkommnissen überrascht gewesen, obwohl das Problem der Kriminalität rund um den Hauptbahnhof längst bekannt sei: "Der Bahnhofvorplatz und der Kölner Dom sowie die Rheinwiesen sind seit drei Jahren zu einem Schwerpunkt der Kriminalität geworden. Im Mittelpunkt stehen Dorgenhandel und die Beschaffungskriminalität wie Handtaschendiebstahl und andere kleinere Diebstähle." Und weiter: "Die Täter sind im Wesentlichen auch von den Ringen und vom Zülpicher Platz bekannt. "

Frank zieht einen Vergleich zu der Randale des Bündnisses Hooligans gegen Salafisten (HogeSa) vor fast eineinhalb Jahren: "Im Oktober 2014 war die Polizei nicht in der Lage, sich gegen die gegen die HogeSa-Randalierer durchzusetzen. "Die Übergriffe auf Mädchen und junge Frauen seien aber noch einmal eine andere Kategorie. "Es darf nicht sein, dass 140 Beamten entgeht, wenn Menschen überfallen und sexuell genötigt werden." Nun erwarte Frank von der Polizei ein klares Handlungskonzept.

Offenbar bekanntes Problem in Köln

Die Problematik rund um die Taschen- und Trickdiebe im Bereich des Kölner Hauptbahnhofes und der Innenstadt scheinen schon länger bekannt zu sein. "Spiegel TV" brachte dazu bereits im August 2014 einen Beitrag, in dem hauptsächlich Täter aus den Ländern Tunesien, Algerien und Marokko mit dem sogenannten "Antanztrick" in Köln Leute bestehlen würden.

Die Geschehnisse in der Silvesternacht in Köln

fin (Mitarbeit: Frank Gerstenberg in Köln)

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