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Übung geht schief: Polizisten demolieren eigenen Wasserwerfer mit Eiern

Die Thüringer Polizei hat einen neuen Wasserwerfer. Um seine Widerstandsfähigkeit zu testen, bewarfen Beamte das 900.000-Euro-Gefährt mit Eiern und Plastikflaschen - und beschädigten es dabei schwer.

Von Timo Brücken

Koloss mit Schwächen: Einen solchen Wasserwerfer vom Typ "WaWe 10" haben Thüringer Polizisten bei einer Übung beschädigt.

Koloss mit Schwächen: Einen solchen Wasserwerfer vom Typ "WaWe 10" haben Thüringer Polizisten bei einer Übung beschädigt.

Wenn Wasserwerfer auffahren, geht es oft heiß her. Menschen demonstrieren, manchmal randalieren sie, und ab und zu fliegen Gegenstände. Steine oder Flaschen etwa. Die muss so ein Wasserwerfer schon abkönnen, sollte man meinen. Zum Beispiel der "WaWe 10", ein Koloss aus 33 Tonnen Stahl und Panzerglas mit Platz für 10.000 Liter Wasser. Doch in Thüringen ist ein solches Gefährt ganz anderen Wurfgeschossen zum Opfer gefallen. Und die kamen von den eigenen Leuten.

Um ihre Vorgesetzten von der Widerstandsfähigkeit des 900.000 Euro teuren Fahrzeugs zu überzeugen, bewarfen Bereitschaftspolizisten es mit Eiern, Tennisbällen und halb gefüllten PET-Flaschen. Und verpassten dem Wasserwerfer so drei faustgroße Schäden in der Polycarbonat-Verglasung, wie der MDR berichtet. Sehr zur Verwunderung der Beamten: Ein solcher Schaden sei nicht nachvollziehbar, erklärte die Landespolizeidirektion. Gar bundesweit noch nie vorgekommen, heißt es aus dem Thüringer Innenministerium.

Der "WaWe 10" wird seit 2009 eingesetzt, 78 Stück hat der Bund bisher beim österreichischen Hersteller Rosenbauer geordert, für die Bundespolizei und die Behörden der Länder. Sie fahren zum Beispiel bei Demonstrationen oder Fußballspielen auf. Auch das Thüringer Exemplar war schon dreimal auf der Straße, bekam allerdings bisher keine Steine ab. Im Juli soll ein Sachverständiger entscheiden, ob eine neue Frontscheibe her muss. Die Thüringer Landespolizei demonstriert derweil tapfer Optimismus: "Das Fahrzeug ist einsatzbereit", sagte ein Sprecher dem MDR: "Vollkommen einsatzbereit, ohne Einschränkungen einsatzbereit."

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