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Freigang nach sieben Monaten Uli Hoeneß wird jetzt Assistent beim FC Bayern


Sieben Monate saß Steuersünder Uli Hoeneß in der JVA Landsberg ein. Nachdem er bereits zu Weihnachten und zu Silvester Hafturlaub hatte, ist der Ex-Präsident des FC Bayern nun Freigänger.

Sieben Monate nach Haftantritt ist Ex-FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß am Freitag Freigänger geworden. Das teilte ein Sprecher des bayerischen Justizministeriums mit. Weitere Angaben wollte das Ministerium aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht machen. Es wird aber davon ausgegangen, dass Hoeneß nach Rothenfeld ins Freigängerhaus, ein ehemaliges Kloster, verlegt wird,

Als Freigänger kann Hoeneß tagsüber außerhalb des Gefängnisses einer geregelten Arbeit nachgehen. Am Abend um 18 Uhr muss er jeweils wieder zurückkehren. Der Steuersünder wird dem aktuellen Bayern-Präsidenten Karl Hopfer zufolge einen Anstellungsvertrag mit der FC Bayern AG erhalten. Dies habe Hoeneß selbst so gewünscht. Offiziell wird er demnach als "Assistent der Abteilungsleitung Junior Team" geführt. Seinen Arbeitsablauf wird die Justiz, die für Freigänger strenge Auflagen vorsieht, regelmäßig überprüfen. Hoeneß' Anwalt Tobias Pretsch teilte auf Anfrage mit, dass der FC Bayern als Arbeitgeber des Fußballweltmeisters von 1974 eine Erklärung abgeben wolle.

Möglicher Hinweis auf Bewährung 2016

Hoeneß, der am 5. Januar 63 Jahre alt wird, durfte bereits Weihnachten und dann den Jahreswechsel bei seiner Frau Susi und seiner Familie am Tegernsee verbringen. Schon zuvor war ihm einige Male tagsüber Ausgang genehmigt worden. Dass er bereits jetzt Freigänger wurde, deutet darauf hin, dass die Strafvollstreckungsbehörden die Hälfte seiner Haft zur Bewährung aussetzen könnten. In diesem Falle wäre der einstige Fußball-Spitzenmanager im Frühjahr 2016 ein freier Mann.

Hafterleichterungen richten sich nach einem Vollzugsplan, den das Gefängnis für jeden Häftling erstellt. Der begleitete oder unbegleitete Ausgang ist eine der unteren Stufen. Hafturlaub kommt nach frühestens sechs Monaten geschlossenem Vollzug als weitere Erleichterung in Betracht. Der Freigang ist eine der oberen Stufen.

Unter bestimmten Voraussetzungen wird ein Teil der Haftstrafe von Gefangenen zur Bewährung ausgesetzt. In vielen Fällen ist dies das letzte Drittel der Haft. Bei Ersttätern wie Hoeneß kommt auch infrage, dass die Hälfte der Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird.

Hoeneß sitzt seine Freiheitsstrafe seit dem 2. Juni ab. Das Münchner Landgericht hatte ihn wegen Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

mad/DPA DPA

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