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Autor von "Risikogesellschaft": Soziologe Ulrich Beck stirbt im Alter von 70 Jahren

Er galt als einer der bedeutendsten Soziologen der Gegenwart und prägte den Begriff der Risikogesellschaft weltweit. Nun ist Ulrich Beck im Alter von 70 Jahren gestorben.

Ein Foto aus dem Jahr 1998 zeigt den Münchner Soziologen Ulrich Beck. Er starb am 1. Januar im Alter von 70 Jahren.

Ein Foto aus dem Jahr 1998 zeigt den Münchner Soziologen Ulrich Beck. Er starb am 1. Januar im Alter von 70 Jahren.

Der deutsche Soziologie Ulrich Beck ist tot. Er starb im Alter von 70 Jahren, wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Becks Familie berichtet. Demnach starb Beck bereits am 1. Januar an einem Herzinfarkt.

Beck wurde am 15. Mai 1944 in Stolp in Hinterpommern geboren und wuchs in Hannover auf. Nach seinem Studium der Soziologie, Philosophie, Psychologie und Politikwissenschaft in München habilitierte er dort im Jahr 1979 im Fach Soziologie. Von 1981 - 1992 war Beck Professor für Soziologie an der Universität Bamberg. Seit 1992 war er als Professor am Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig, zudem lehrte er an der renommierten London School of Economics and Political Science und der Fondation Maison des Sciences de l’Homme in Paris.

"Risikogesellschaft" in 35 Sprachen übersetzt

Mehrere internationale Universitäten verliehen ihm die Ehrendoktorwürde, zudem erhielt Beck zahlreiche Preise für seine Arbeit. Im Jahr 2011, kurz nach dem Fukushima-Reaktorunglück, wurde er als Mitglied in die Ethikkommission der deutschen Bundesregierung für eine sichere Energieversorgung berufen.

In seinen Arbeiten befasste er sich unter anderem mit den Themen Globalisierung, soziale Ungleichheit, Kosmopolitismus und Individualisierung. Vor allem der von Beck geprägte Begriff der Risikogesellschaft machte ihn international berühmt. Sein 1986 veröffentlichtes Buch "Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne" wurde in 35 Sprachen übersetzt.

Kern seiner Theorie ist, dass durch die Modernisierung klassische Konturen der Industriegesellschaft aufgelöst werden. Klasse, Familie und Beruf treten aufgrund zunehmender Individualisierung in den Hintergrund. Der Einzelne sieht sich nun stärker sozialen und ökologischen Gefahren ausgesetzt, die nach Ansicht Becks jeden treffen können - ungeachtet seiner sozialen Position.

Kim Schwarz
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