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Unfall im Unterallgäu: Attentat mit Öl-Lachen entsetzt Motorradfahrer

Ein Familienvater stirbt, weil er mit seinem Motorrad auf einer Öl-Lache ausrutscht. Nun ist klar: Die rutschigen Spuren wurden mit Absicht gelegt. Steckt ein Motorrad-Hasser dahinter?

Tragische Folge einer rätselhaften Tat: Ein Motorradfahrer stirbt, weil ein Unbekannter absichtlich Öl auf der Straße verschüttet und Flaschen zertrümmert. Bis der Täter gefasst ist, lebt die bayerische Gemeinde Markt Rettenbach, wo der Vater lebte, in Angst. Die Mitglieder des örtlichen Motorradclubs lassen ihre Maschinen im Schuppen.

Ölflaschen auf der Straße zerschmettert

"Wir können es alle noch nicht fassen. Wer das getan hat, muss wirklich gestört sein", sagte Joachim Hög, Vorsitzender des Motorclubs Unterallgäu am Dienstag. "Er war mein bester Freund, wir kannten uns unser ganzes Leben lang. Wir werden so lange nicht auf die Motorräder steigen, bis dieser Irre geschnappt wird." Die Polizei hat eine Ermittlungsgruppe "Ölfleck" eingesetzt, die den Fall aufklären soll. Die Polizei bewacht die beliebte Motorradstrecke.

Der 37-Jährige war am frühen Sonntagabend mit seiner Maschine zwischen Markt Rettenbach und Ottobeuren in einer Kurve auf einer Ölspur ausgerutscht und in ein entgegenkommendes Fahrzeug geprallt. Er starb noch am Unfallort. Die 60-jährige Autofahrerin kam mit leichten Verletzungen davon. Am Unfallort stellte die Polizei fest, dass mehrere Flaschen mit Öl zerschmettert auf der Fahrbahn lagen. In 20-Meter-Abständen fanden die Ermittler neun weitere Öl-Lachen.

Gezielter Anschlag auf störende Biker?

Zunächst spekulierte die Polizei noch, dass ein Lastwagen vielleicht Ladung verloren haben könnte. Nach der ersten Spurensicherung ist jedoch klar: Das war Absicht. "Es gibt durchaus immer wieder Menschen, die sich von Motorradfahren gestört fühlen. Es wäre nicht das erste Mal, dass es jemand auf sie abgesehen hätte", sagte ein Motorradexperte des ADAC. "Öl auf der Fahrbahn ist aber immer eine große Gefahr für Biker und auch für Autofahrer. Kradfahrer sehen die gefährlichen Pfützen oft zu spät. Wenn sie dann auch noch mit erhöhter Geschwindigkeit unterwegs sind, kommen sie ins Schlingern."

Auch der Bürgermeister der Gemeinde, Alfons Weber (CSU), ist geschockt. "Im Moment überwiegt die Trauer, aber es ist schon auch eine innere Bestürzung und Wut da", sagt Weber.

fw/DPA / DPA
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