HOME

Unfallserie: "Crash-Kid" Dennis liefert sich Verfolgungsjagd

"Crash-Kid" Dennis hat seit den neunziger Jahren in Deutschland über 100 Autos aufgebrochen und zu Schrott gefahren. Jetzt schlug der 28-Jährige in Hamburg zu.

Nach einer wilden Verfolgungsjagd mit 18 Streifenwagen hat die Hamburger Polizei den als "Crash-Kid" bekannt gewordenen Dennis festgenommen. Das sagte ein Behördensprecher. Der heute 28-Jahre alte Dennis saß am Steuer eines gestohlenen VW-Bus.

Dennis hatte seit den neunziger Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. In Deutschland soll er über 100 Autos aufgebrochen und teilweise zu Schrott gefahren haben. Als 13-Jähriger war er in einen Unfall verwickelt, bei dem ein gleichaltriger Beifahrer starb.

Wie die Hamburger Polizei weiter mitteilte, wollten Beamte den VW-Bus kontrollieren. Dieser fuhr jedoch davon. Dann entwickelte sich eine Verfolgungsjagd, an der nach Angaben von Polizeisprecher Andreas Schöpflin zeitweise bis zu 40 Beamte mit 18 Streifenwagen teilnahmen. Während der halsbrecherischen Fahrt durch Hamburg raste der VW-Bus frontal auf einen Streifenwagen zu. Die Fahrerin konnte im letzten Moment ausweichen. Kurz darauf kam es zur ersten Kollision mit einem Polizeiauto. Wenig später rammte der Bus einen weiteren Polizeiwagen. Dann kam er nach einem dritten Zusammenstoß von der Fahrbahn ab und krachte gegen ein parkendes Auto.

Dennis und zwei weitere Männer, die ebenfalls in dem gestohlenen VW saßen, wurden vorläufig festgenommen. Nach Angaben der Polizei sollten Dennis und einer der Mitfahrer am Dienstagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt werden. Den Gesamtschaden schätzen die Ermittler auf mehr als 17.000 Euro. Eine Beamtin wurde verletzt und musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Die kriminelle Karriere von Dennis begann vor rund 15 Jahren. Nach zahlreichen Autoaufbrüchen und Unfällen wurde er zu mehreren Haftstrafen verurteilt. Er nahm auch an mehreren, heftig umstrittenen, "erlebnispädagogischen" Hilfsprojekten teil. Im September 1999 wurde er in Polen unter anderem wegen zahlreicher Autoaufbrüche zu insgesamt vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Dort gehörte er zu einem deutsch-polnischen Resozialisierungsprojekt.

DPA / DPA