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Ungeklärte Verbrechen, Teil 1 Wer schlug AfD-Politiker Frank Magnitz nieder? Das Ergebnis der Ermittlungen ist ernüchternd

Überfall auf Frank Magnitz
AfD-Politiker Frank Magnitz wurde bei dem Angriff schwer verletzt
© Michael Bahlo / DPA / Picture Alliance, Polizei Bremen
Der Bremer AfD-Abgeordnete Frank Magnitz wird im Januar in der Dunkelheit niedergeschlagen. Von wem, weiß die Polizei bis heute nicht. Erster Teil der ungeklärten Verbrechen im stern-Jahresrückblick 2019.

Der Bremer AfD-Bundestagsabgeordnete Frank Magnitz ist am späten Nachmittag des 7. Januar auf dem Weg von einer Veranstaltung in der Bremer Kunsthalle zurück zu seinem Auto. Er nimmt eine Abkürzung über den Hinterhof eines Theaters. Auf dem Weg dorthin nähern sich drei vermummte Personen, einer der Männer springt den Politiker von hinten an, er stürzt auf den Boden. Die drei Angreifer flüchten. Ein blitzschneller Angriff, der die Politik und Justiz jedoch noch Wochen beschäftigen wird.

Frank Magnitz und die Diskussion ums "Kantholz"

Handwerker helfen dem stark blutenden Magnitz, er kommt ins Krankenhaus und postet noch aus dem Klinikbett ein Foto, das ihn blutverschmiert und mit geschwollenem Auge zeigt. Die AfD erklärt, der Abgeordnete sei mit einem "Kantholz" bewusstlos geschlagen worden – was sich als Falschdarstellung herausstellen soll. Der Aufschrei über die Tat ist dennoch enorm, die Landes- und Bundespolitik zeigt sich entsetzt über die Attacke. Bundespräsident Steinmeier nennt sie einen "Angriff auf den Rechtsstaat". Die AfD sieht den Vorfall als Beleg für linke Gewalt gegen ihre Vertreter. Die Partei muss sich allerdings auch den Vorwurf gefallen lassen, den Angriff politisch auszunutzen – zumal ein angebliches Kantholz bei der Tat keine offenkundig keine Rolle gespielt hat.

Ungeklärte Verbrechen, Teil 1: Wer schlug AfD-Politiker Frank Magnitz nieder? Das Ergebnis der Ermittlungen ist ernüchternd

Die Bremer Polizei veröffentlicht in der Diskussion schnell Videoaufnahmen von der Tat, um sie aufzuklären und wohl auch, um Vertuschungsvorwürfen entgegenzutreten. Doch trotz mehrerer Hundert Hinweise bleibt der Fall bis heute ungeklärt. Im August werden die Ermittlungen eingestellt, Tatverdächtige konnten nicht ermittelt werden. Auch die Hintergründe des Angriffs liegen weiter im Dunkeln. Bei neuen Hinweisen nehmen die Beamten die Arbeit wieder auf.


Lesen Sie im nächsten Teil der Serie: der Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden.

wue

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