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Jahresrückblick

Ungeklärte Verbrechen, Teil 5: Rebeccas Schicksal bewegt das Land – und die Ermittler haben einen Verdächtigen

Was geschah mit der verschwundenen Schülerin Rebecca aus Berlin? Das weiß die Polizei bis heute nicht. Fünfter und letzter Teil der ungeklärten Verbrechen im stern-Jahresrückblick 2019.

Polizei im Einsatz, vermisste Rebecca

Die Berliner Schülerin Rebecca wird seit dem 18. Februar vermisst. Zahlreiche Suchaktionen der Polizei (hier am 8. März bei Storkow in Brandenburg) blieben ohne Ergebnis

Selten hat ein Vermisstenfall derart viel Aufmerksamkeit bekommen, wie jener der Schülerin Rebecca aus Berlin. Es dürfte wenige Menschen in Deutschland geben, die ihr Gesicht nicht kennen – zu präsent war ihr Porträtfoto im noch jungen Jahr 2019 in den Medien. Dies lag sicher auch daran, dass die Familie der vermissten Jugendlichen wieder und wieder die Kameras suchte und so Aufmerksamkeit für das Schicksal ihrer "Becci" herstellen wollte. Immer wieder stehen die Eltern und die jüngere Schwester im Schweinwerferlicht. Nicht nur das macht den Fall so ungewöhnlich.

Was geschah mit Rebecca aus Berlin?

Die Präsenz des Falles mag auch darin begründet sein, dass viele Ermittlungsschritte der Polizei in der Öffentlichkeit stattfanden – mal freiwillig, mal unfreiwillig. Und dass das Verschwinden Rebeccas bis heute mysteriös ist, obwohl es sogar einen Mordverdächtigen gibt.

15-Jährige auf Schulweg verschwunden: Wo ist Rebecca Reusch? Polizei bittet um Hinweise

Der Fall beginnt am Morgen des 18. Februar, einem Montag. Die damals 15-Jährige übernachtet im Haus ihrer ältesten Schwester und deren Ehemann Florian R. in Berlin-Britz. In der Schule kommt sie an jenem Morgen nicht an.

Die Polizei geht schnell davon aus, dass das Mädchen das Haus nicht bei Bewusstsein oder sogar tot verlassen hat. In Verdacht gerät Schwager Florian R., Handydaten und zwei dubiose Autofahrten in Richtung Polen sind zwei der Indizien gegen ihn. Zwischenzeitlich kommt R. unter dringendem Tatverdacht in Untersuchungshaft, inzwischen ist er aber wieder frei.

Fall Rebecca kein "Cold Case"

Die Polizei führt in der Folge zahlreiche aufwendige Suchaktionen durch, auch in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" wird der Fall Thema. Rund 2000 Hinweise gehen bei den Ermittlern ein. Doch Rebecca bleibt verschwunden – bis heute.

Zu den Akten wird der Fall jedoch noch lange nicht gelegt, versichert der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, nun – rund zehn Monate nach dem Beginn der Ermittlungen – im Gespräch mit dem stern: "Der Fall Rebecca ist weit davon entfernt, ein Cold Case zu sein. Da ist immer noch Bewegung drin." Weiterhin arbeiten Steltner zufolge zahlreiche Beamte an dem Fall, viele Ermittlungsergebnisse seien jedoch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Und Florian R.? "Der ist immer noch unser einziger Verdächtiger."

Hinweise nimmt die Berliner Polizei weiterhin unter der Telefonnummer (030) 4664911333 entgegen.


Letzter Teil der Serie.

Bisher erschienen im stern-Jahresrückblick:

wue