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Ungeklärte Verbrechen, Teil 4 Der Räuber schoss auf einen Geldboten. Und verschwand. Die Ermittler machen Fortschritte

Überfall auf Ikea-Geldtransporter
Der unbekannte Täter schoss an einer Frankfurter Ikea-Filiale auf einen Geldboten
© Frank Rumpenhorst / DPA, Polizei Frankfurt
Wer schoss auf einen Ikea-Geldboten in Frankfurt? Das weiß die Polizei bis heute nicht. Vierter Teil der ungeklärten Verbrechen im stern-Jahresrückblick 2019.

Ikea-Filiale in Frankfurt-Nieder-Eschbach am 9. November. Der Mitarbeiter eines Geldtransportunternehmens kommt gegen Mittag aus dem Möbelhaus, hat eine Geldkassette bei sich. Genau in diesem Moment attackiert ihn ein Unbekannter, bei dem der Täter das Geld klaut. Es kommt zu einem Schuss. Der Geldbote wird angeschossen und schwer verletzt. Im Krankenhaus gibt es Entwarnung: keine Lebensgefahr für den 56-Jährigen.

Mehrere Überfälle nach demselben Muster

Der brutale Räuber kann unerkannt entkommen. Wenig später wird in der Nähe des Ikea-Hauses ein ausgebrannte Audi A8 entdeckt. Der Wagen wurde vorher gestohlen und hatte geklaute Kennzeichen montiert. Bei den Ermittlern schrillen die Alarmglocken. In den vergangenen Jahren gab es mehrfach Überfalle, die nach demselben Muster abliefen: Auto klauen, falsche Kennzeichen anbringen, Raub begehen, davonfahren, Fluchtfahrzeug anzünden.

Die Frankfurter Polizei arbeitet mit Kollegen an anderen Tatorten zusammen. Ist der Überfall auf den Ikea-Geldboten Teil einer Serie? Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, dass in Ermittlerkreisen von "professionell agierender Bandenkriminalität" die Rede ist. Führt die Spur in den Bereich der internationalen Organisierten Kriminalität? 

Oder – auch das ist eine der Möglichkeiten – stecken drei "alte Bekannte" hinter einer oder mehreren Taten? "Wir prüfen auch, ob die drei als Mitglieder der ehemaligen RAF gesuchten Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette mit den Überfällen in Verbindung stehen", sagt ein Sprecher der Frankfurter Polizei wenige Tage nach der Tat.

Von einer Beteiligung des RAF-Trios ist inzwischen bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft keine Rede mehr. "Ein möglicher Zusammenhang mit anderen vergleichbaren Taten aus Deutschland ist weiterhin Bestandteil der Ermittlungen", sagt eine Sprecherin dem stern nun. Zum Ende des Jahres sind die Ermittler jedoch einen Schritt weiter. Sie veröffentlichten ein Video und mehrere Fotos von dem Täter und seinem Fluchtwagen für eine Öffentlichkeitsfahndung. Die Beamten warnen: Die gesuchte Person ist bewaffnet!

Ein Mann mit Sportschuhen, schwarzer Jogginghose und weißem Kapuzenpulli trägt Sonnenbrille und Basecap

Hinweise nimmt die Frankfurter Kriminalpolizei unter der Telefonnummer (069) 75551299 entgegen.


Lesen Sie im nächsten Teil der Serie: der Fall Rebecca.

Bisher erschienen im stern-Jahresrückblick:

wue

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