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US-Bundesstaat Florida Studenten melden verdächtige Snapchat-Nachrichten – und verhindern in letzter Minute Massaker an Uni

Polizeichef Jakari Young berichtet auf einer Pressekonferenz über das verhinderte mutmaßliche Massaker
"Heute hätte sich eine Tragödie ereignen können": Polizeichef Jakari Young berichtet auf einer Pressekonferenz über das verhinderte mutmaßliche Massaker
© Daytona Beach Police Department
Der mutmaßliche Attentäter wollte sich gerade auf den Weg machen: Die Polizei in Florida hat einen 19-Jährigen gestoppt, der offenbar ein Massaker an einer Uni verüben wollte. Der Hinweis auf den Mann kam von zwei aufmerksamen Studenten.

Die Polizei im US-Bundesstaat Florida hat einen Studenten verhaftet, der mutmaßlich ein Massaker an einer Universität im Raum Daytona Beach verüben wollte. Der 19-Jährige habe mit einem ähnlichen Anschlag gedroht wie das Attentat an der Columbine Highschool in Littleton, Colorado, im Jahr 1999, bei dem 13 Menschen starben, teilte Polizeichef Jakari Young vom Daytona Beach Police Department am Donnerstag (Ortszeit) mit.

Der junge Mann sei am Donnerstagmorgen, dem letzten Tag vor der Winterpause an der Embry-Riddle Aeronautical University, unmittelbar nach dem Verlassen seiner Wohnung festgenommen worden, erklärte Young. Er habe einen Rucksack mit einem zusammenklappbaren, halbautomatischen Gewehr bei sich geführt. Außerdem hätten sich mehrere Schachteln mit 9-mm-Munition, fünf geladene Magazine mit jeweils 17 Schuss, ein erweitertes Magazin mit 32 Schuss sowie ein Zielfernrohr darin befunden.

Studenten melden Verdächtige Chat-Nachrichten

Auf die Spur gekommen war die Polizei dem 19-Jährigen dank eines Hinweises von zwei anderen Studenten. Die beiden hatten dem Sicherheitsdienst der Luftfahrttechnischen Universität beunruhigende Nachrichten gemeldet, die sie in einem Gruppenchat gesehen hatten. "Es handelte sich um Nachrichten in einer Snapchat-Gruppe, in der sie Mitglied waren, und sie waren sehr besorgt über das, was in diesem Snapchat-Gruppenchat weitergegeben wurde", sagte Young auf einer Pressekonferenz.

Dieses Gewehr trug der Verdächtige mit Munition und Zielfernroh im Rucksack bei sich
"Beim Verdächtigen gefundene Gegenstände": Ein zusammenklappbares, halbautomatisches 9-mm-Gewehr, mehrere hundert Schuss Munition und ein Zielfernrohr
© Daytona Beach Police Department

Um 4.10 Uhr am frühen Morgen habe der Sicherheitsdienst der Uni den Hinweis an die Polizei weitergegeben. Diese habe daraufhin die Gegend um die Wohnung des Verdächtigen in Daytona Beach abgeriegelt und ihn gegen 9.30 Uhr beim Herauskommen festgenommen, berichtete der Polizeichef. Der 19-Jährige hatte demnach geplant, zu einem Schießstand zu gehen, um dort zu üben, und sich dann auf den Weg zum Campus zu machen.

"Heute ist der letzte Tag, heute sind die Abschlussprüfungen. Das war also alles Teil des Plans, denn heute wird der Campus voll sein, weil alle dort ihre Abschlussprüfungen ablegen müssen", sagte Young. "Heute hätte sich eine Tragödie ereignen können." Es sei ein Glücksfall gewesen, dass die beiden Studenten ihre Bedenken gemeldet hätten. "Durch die Gnade Gottes sind diese beiden Studenten aufgetaucht und haben diesen Plan vereitelt."

19-Jähriger drohte offenbar durchzufallen

Der 19-Jährige befindet sich in Polizeigewahrsam und soll die Drohungen gestanden haben. "Er will vielleicht behaupten, dass das alles ein Scherz war und er es nicht ernst gemeint hat. Aber wir finden es nicht witzig, über eine Massenerschießung auf dem Campus zu diskutieren", erklärte Young. Der Verdächtige habe unter anderem geschrieben: "Ich habe meine Einkäufe für die Schule erledigt", und sich damit auf die später in seinem Rucksack entdeckte Waffe bezogen. In einem weiteren Posting habe er angekündigt, "sobald er auf dem Schießstand fertig sei, werde er zum Campus gehen, um ein Columbine zu veranstalten".

Dem Verdächtigen würden schriftliche Androhung von Verletzung oder Tötung, Terrorismus und versuchter Mord ersten Grades vorgeworfen, heißt es in einer Mitteilung des Daytona Police Department. Das Motiv des 19-Jährigen werde noch untersucht, "aber wir haben erfahren, dass er Gefahr lief, an der ERAU durchzufallen, und dass er gestern auf dem Campus auch wegen eines Verkehrsverstoßes vorgeladen wurde".

Polizeichef Young Young sagte, die Studenten, denen die Snapchat-Nachrichten des 19-Jährigen aufgefallen waren, hätten der Polizei erst die Möglichkeit gegeben, rechtzeitig einzugreifen. Damit hätten sie die Bedeutung einer wichtigen Verhaltensregel aufgezeigt: "Wenn du etwas siehst, sag etwas!"

Quellen: Daytona Beach Police Department, "Daytona Beach News-Journal", "Miami Herald"


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