HOME

Litwinenko-Mord wird untersucht: Wie in einem Agententhriller - nur in echt

Ein Agententhriller könnte nicht spannender sein: Alexander Litwinenko, ein früherer Sowjet-Agent und Kreml-Kritiker, stirbt in London qualvoll an einer radioaktiven Vergiftung. Steckt Putin dahinter?

Das verhängnisvolle an einer Vergiftung durch Polonium: Sie ist von außen kaum zu entdecken, da kaum Gammastrahlung emittiert wird.

Das verhängnisvolle an einer Vergiftung durch Polonium: Sie ist von außen kaum zu entdecken, da kaum Gammastrahlung emittiert wird.

Es war kaum noch etwas drin, in der silbernen Teekanne, nur noch der Boden war bedeckt. Alexander Litwinenko ließ sich am Nachmittag des 1. November 2006 dennoch überreden, davon zu trinken. Grüner Tee, ohne Zucker, nur noch lauwarm. Der Schluck, der im November 2006 mutmaßlich zum langsamen Gift-Tod des ehemaligen Sowjet-Agenten führte, war nicht einmal ein Genuss.

Acht Jahre nach dem mysteriösen Treffen in der Pine Bar des Londoner Millenium Hotels wird der Fall nun neu aufgerollt: Vor Gericht zwar, in allen erdenklichen Details, aber ohne Angeklagten. Andrej Lugowoi, russischer Duma-Abgeordneter, und sein Kindheitsfreund Dmitri Kowtun gelten zwar als die Hauptverdächtigen. Beide sind jedoch in Russland und werden von Moskau nicht ausgeliefert.

Geplanter Mord oder Unfall?

Ob die beiden Männer, die Litwinenko in Gesellschaft eines Dritten an dem Nachmittag in #link;V;London# gegenübersaßen tatsächlich die Täter waren, ob es Auftraggeber gab, welchem Motiv die Mörder folgten oder ob das Ganze vielleicht nur ein Unfall war - darüber soll die zehn Wochen dauernde Untersuchung Auskunft geben. 70 Zeugen sind geladen - Polizisten, Gerichtsmediziner, Freunde, Familienangehörige.

Was der Leiter der Beweisführung, der erfahrene Jurist Robin Tam im Saal 73 des ehrwürdigen Londoner Justizpalastes bereits am ersten Tag der Untersuchung andeutete, könnte Stoff für gleich mehrere Agententhriller der Marke John Le Carré sein - nur in echt. Russische und westliche Geheimdienste sind involviert, Politiker auf höchster Ebene, die Russen-Mafia genauso wie westliche Unternehmer.

Ob es wirklich Lugowoi und sein Kumpan waren, im Auftrag von Wladimir Putin persönlich, wie Litwinenko noch zwei Tage vor seinem Tod, "den Schlag der Flügel des Todesengels" bereits vernehmend, es formulierte? Ob es wirklich ein Akt von "nuklearem Staatsterrorismus, verübt auf den Straßen einer europäischen Großstadt war", wie der Anwalt der Litwinenko-Witwe Marina es formuliert.

Londoner Koch als Giftmischer

Dafür spricht, dass der mehrere Jahre in Hamburg beheimatete Kovtun einen Kollegen in der Hansestadt um die Nummer eines Londoner Kochs bat. Der sollte bereit sein, ein teures Gift in ein Essen oder ein Getränk zu mischen. Der Kollege, als Zeuge "D3" geführt, soll in den kommenden Tagen aussagen. "Davon versprechen wir uns eine Menge", sagt Tam.

Gegen Lugowoi und Co. als Täter spricht etwa, wie auch Jurist Tam einräumte, dass Lugowoi bei der Verabschiedung im Millenium Hotel nach Litwinenkos eigener Schilderung seinen damals achtjährigen Sohn bat, sich von dem Vergifteten per Handschlag zu verabschieden. Außerdem spreche die ganze Situation mit der Teekanne nicht für einen geplanten Mord. Litwinenko war - das ergaben schon die ersten Stunden der Untersuchung - eine schillernde Figur. Er hatte seine Hände im Tschetschenien-Krieg im Spiel und beriet die spanische Regierung im Kampf gegen die Russen-Mafia.

Nukleare Spur durch London

Andererseits haben Lugowoi und Kovtun eine nukleare Spur durch London gezogen. Überall wo sie auftauchten, fanden sich später Reste der hochgiftigen und damals in der Öffentlichkeit kaum bekannten Substanz.

Selbst im Emirates-Stadion vom FC Arsenal, wo an dem Tag der ZSKA Moskau im Fußball-Europacup zu Gast war und wo Lugowoi auf der Tribüne saß, gab es eine radioaktive Spur. Sie selbst sagen, sie seien wohl ohne ihr Wissen radioaktiv markiert worden. Schon 2007 machten sie deutlich: Ohne die Kenntnis des britischen Geheimdienstes wäre der Mord an Litwinenko nicht möglich gewesen.

Witwe Litwinenkos blieb hartnäckig

Nicht erst dadurch hat die Angelegenheit höchste politische Ebene erreicht. In Großbritannien zogen sowohl das Innenministerium als auch das Außenministerium alle politischen und juristischen Register, um eine öffentliche Anhörung zu verhindern. Marina Litwinenkos Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass dies nicht gelang.

In Russland poltert der Verdächtige Lugowoi, das Ganze sei ein politisches Verfahren. "Dass Großbritannien diesen Fall wieder aufs Neue aufrollt, ist mit der geopolitischen Lage verbunden. Ich denke, dass in erster Linie Russland auf der Anklagebank sitzt." Jedenfalls konnte die britische Regierung durchsetzen, dass alles, was mit dem russischen Staat zu tun hat, hinter verschlossenen Türen verhandelt wird.

yps/DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.