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Ursache wahrscheinlich Brandstiftung: Autofahrer stirbt bei Massenkarambolage auf A 57

Alptraum für jeden Autofahrer: Plötzlich nimmt starker Qualm auf der Autobahn die Sicht. 21 Fahrzeuge krachen auf der A 57 ineinander. Es gibt einen Toten und Verletzte. Einiges deutet auf Brandstiftung hin.

Vermutlich Brandstifter haben auf der Autobahn 57 zwischen Köln und Düsseldorf eine Massenkarambolage mit einem Toten und 13 Verletzten ausgelöst. Unter einer Brücke waren in der Nacht zu Dienstag Plastikrohre in Brand geraten. Der dichte Rauch nahm den Autofahrern die Sicht, sechs Laster und 15 Personenwagen krachten ineinander. "Wir gehen aufgrund der Umstände davon aus, dass wir eine Brandstiftung haben müssen", sagte Polizeisprecher Andreas Czogalla. Die Polizei ermittele in diese Richtung.

Die vielbefahrene Autobahn wurde zwischen Dormagen und dem Autobahnkreuz Neuss-Süd in beide Richtungen gesperrt. Die Brücke droht nach ersten Einschätzung von Statikern einzustürzen. Es seien Betonbrocken abgeplatzt, sagte der Sprecher von Straßen NRW, Bernd Löchter. Die Bauexperten untersuchen die Standfestigkeit der Brücke, die abgestützt wird. "Wir sind nicht besonders hoffnungsvoll", sagte Löchter. Der Brückenteil in Fahrtrichtung müsse wahrscheinlich abgerissen werden.

Die brennenden Plastikrohre waren auf einem asphaltierten Feldweg unter der Brücke gelagert. Es sei nicht denkbar, dass sich die Rohre selbst entzündet hätten, sagte der Polizeisprecher. Brandsachverständige seien vor Ort. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf mehrere hunderttausend Euro. Bei dem Toten handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen 29 Jahre alten Mann aus Jüchen, zwei Unfallopfer wurden schwer verletzt.

Am Mittag wurde mit der Bergung der Unfallfahrzeuge begonnen. Die Lastwagen wurden mit einer Seilwinde von der Brücke gezogen. Schweres Bergungsgerät konnte wegen der Einsturzgefahr nicht eingesetzt werden.

Schlechte Sicht, hohes Tempo, geringer Abstand

Massenunfälle wie jetzt auf der Autobahn 57 in Nordrhein-Westfalen geschehen meist, wenn schlechte Sicht, hohes Tempo und geringer Abstand zusammenkommen. Zuletzt waren auf der Autobahn 1 bei einer Karambolage im Januar 13 Menschen verletzt worden, zwei von ihnen schwer. Die tiefstehende Sonne hatte die Fahrer geblendet, die Fahrbahn war nass. Etwa 30 Autos sind in die Unfallserie verwickelt.

Im November 2011 forderte dichter Nebel auf der A9 Leipzig-Berlin zwei Menschenleben. An dem Unfall zwischen Klein Marzehns und Niemegk in Brandenburg waren 24 Autos beteiligt.

DPA / DPA