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Urteil des Landgerichts Ansbach: Amokläufer muss neun Jahre in Jugendhaft

Das Urteil ist gefallen: Der Amokläufer von Ansbach muss neun Jahre in Jugendhaft. Er hatte mit Beil, Molotow-Cocktails und Messern 17 Schüler und Lehrer zum Teil schwer verletzt.

Der Amokläufer von Ansbach muss neun Jahre in Jugendhaft. Die Große Jugendkammer am Landgericht ordnete am Donnerstag außerdem die Unterbringung des 19-Jährigen in der Psychiatrie an. Er habe sich des versuchten Mordes an 47 Menschen, schwerer Körperverletzung, versuchter besonders schwerer Brandstiftung und versuchten Totschlags an zwei Polizisten schuldig gemacht, sagte der Vorsitzende Richter Bernd Rösch.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Höchststrafe von zehn Jahren Jugendhaft beantragt. Die Verteidigung plädierte ebenfalls auf Unterbringung des Angeklagten in der Psychiatrie, forderte aber maximal siebeneinhalb bis acht Jahre Jugendhaft.

Georg R. hatte im September 2009 seine Schule, das Gymnasium Carolinum in Ansbach, aus Hass mit Molotow-Cocktails, einem Beil und mehreren Messern bewaffnet überfallen, den dritten Stock in Brand gesetzt und mit dem Beil um sich geschlagen. Er verletzte 13 Schüler und zwei Lehrer. Einem Mädchen fügte er durch Axthiebe lebensbedrohliche Kopfverletzungen zu. Bevor Georg R. durch Schüsse eines Polizisten außer Gefecht gesetzt wurde, hatte er noch versucht, sich umzubringen.

Tod als Event inszenieren

Zum Prozessauftakt hatte er ein Geständnis abgelegt und ausgesagt, noch immer kein Mitleid für seine Opfer zu empfinden. Er ist seit Januar wegen einer schizoiden Persönlichkeitsstörung in der Psychiatrie in Ansbach untergebracht. "Sie wollten sterben, weil Sie Ihr Leben als einzige Krise sahen", sagte Rösch zum Angeklagten. Dabei habe er seinen Tod als "Event" inszenieren und möglichst viele mit in den Tod nehmen wollen. "Sie wollten als Massenmörder in die Geschichte ein- und aus dem Leben gehen", sagte der Vorsitzende.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft ist die Persönlichkeitsstörung des Angeklagten nicht der alleinige Grund für die Taten. Die Ursachen lägen zum erheblichen Teil in dessen Charakter. In seinem Plädoyer schilderte der Staatsanwalt den Täter als narzisstisch veranlagten Menschen, der sich selbst inszenieren wolle und seine Mitmenschen unter anderem als "Maden" bezeichnet habe. Georg R. habe "keinerlei Hemmschwelle" gezeigt, was das Töten von Mitschülern und Lehrern anging. Der Staatsanwalt sprach von einer "besonderen kriminellen Energie". Die Verteidigung hingegen stellte dem Sprecher zufolge in ihrem Plädoyer die Krankheit des Angeklagten in den Vordergrund.

APN/AFP