Urteil Deutschland haftet für Flieger-Kollision


Nach einem Gerichtsurteil hat mangelnde Flugsicherung im süddeutschen Luftraum 2002 zu dem Zusammenstoß von zwei Flugzeugen geführt. Alleinig Deutschland muss für die Katastrophe vom Bodensee haften.

Deutschland muss laut einem Urteil des Konstanzer Landgerichts Schadenersatz für das Flugzeugunglück vom Bodensee mit 71 Toten zahlen. Die Richter gaben am Donnerstag einer Klage der Bashkirian Airlines grundsätzlich statt. Die Schadenshöhe wurde aber nicht beziffert. Den Bund trifft demnach die alleinige Haftung für schwere Fehler der Schweizer Flugsicherung Skyguide, die auch Teile des süddeutschen Flugraums überwacht.

Eine Passagiermaschine der Fluglinie aus der russischen Teilrepublik Baschkirien war am 1. Juli 2002 bei Überlingen am Bodensee mit einem Frachtflugzeug des Kurierdienstes DHL kollidiert. 71 Menschen, meist Kinder, starben. Im Skyguide-Kontrollzentrum in Zürich arbeitete am Unglücksabend nur ein Lotse am Radar. Das Telefon und Warnprogramme waren wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb.

Flugaufsicht war rechtswidrig

Die Richter der Zivilkammer nannten die Übertragung der Flugaufsicht an Skyguide mangels gültiger Verträge rechtswidrig. Sie verstoße zudem gegen das Grundgesetz, demzufolge die Luftverkehrsverwaltung in bundeseigener Verwaltung geführt werden müsse. Deutschland müsse darum die Amtshaftung für "klare Fehler" von Skyguide übernehmen.

Nach dem Urteil muss die Bundesrepublik sowohl für das zerstörte Flugzeug sowie für mögliche Ansprüche der Opferfamilien aufkommen. Die Richter erwarteten, dass sich das Verfahren durch weitere Instanzen zieht.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker