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Urteil im Islamisten-Prozess: Sauerlandbomber hoffen auf Strafrabatt

Sie brachten den islamistischen Terror nach Deutschland - und kamen aus der Mitte der Gesellschaft. Nun wird in dem Prozess gegen die "Sauerlandgruppe" das Urteil gefällt. Nicht alle zeigen Reue.

Von Manuela Pfohl

Als die GSG 9 am 4. September 2007 um 14.29 Uhr das unscheinbare Ferienhaus am Rande eines Ackers im sauerländischen Oberschledorn stürmt, trifft sie auf zwei junge Männer, die in der Küche am Herd stehen. Vor ihnen drei Edelstahltöpfe, 14 Pakete Weizenmehl und zwölf Kanister mit insgesamt 730 Litern einer Flüssigkeit, von der die beiden "Köche" glauben, es sei Wasserstoffperoxid.

Es ist der Tag, an dem Fritz Gelowitz, damals 27, Adem Yilmaz, 28, und Daniel Schneider, 21, zu Ende bringen wollen, was sie seit Monaten geplant haben: eine hochexplosive chemische Mischung herzustellen, mit der sie im Namen Allahs, des Allerbarmers, ein Dutzend Bombenanschläge auf die Feinde des Islam verüben können. Es ist der Tag, an dem sie verhaftet werden, und der Tag, an dem die staunende Öffentlichkeit erfährt, wie nah der al-Kaida-Terror der deutschen Beschaulichkeit bereits gekommen ist.

"Einen verheerenden Massenmord geplant"

Nach jahrelangen Ermittlungen der Bundesanwaltschaft und einem zehnmonatigen Prozess, der zumindest vom Aktenumfang her als eines der größten Terrorverfahren Deutschlands in die Annalen eingehen wird, soll jetzt am Düsseldorfer Oberlandesgericht das Urteil gegen die vier Männer fallen, die inzwischen als "Sauerlandgruppe" weltbekannt sind.

Die Bundesanwaltschaft hält sie für Mitglieder der Islamistischen Jihad Union (IJU), einem Ableger al Kaidas, und wirft ihnen unter anderem vor, einen "in Deutschland einzigartigen Massenmord" geplant zu haben. Die Verteidiger hingegen sprechen vom "größten untauglichen Versuch eines terroristischen Anschlags". Entsprechend fielen die jeweiligen Plädoyers aus.

Für den Hauptangeklagten und "Motor der Operation", den zum Islam übergetretenen Fritz Gelowicz, forderte die Bundesanwaltschaft eine Haftstrafe von zwölf Jahren und sechs Monaten. Adem Yilmaz soll elfeinhalb, Atilla Selek fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Selek habe im Gegensatz zu seinen Komplizen bei der IJU zwar keinen Gefolgschaftseid abgelegt, aber er habe die Anschlagspläne unterstützt und gewusst, dass es darum ging, Menschen zu töten, erklärte der Chefankläger, Staatsanwalt Volker Brinkmann, während des Prozesses.

Was die vier geplant hatten, konnten die Ermittler schon vor Prozessbeginn detailliert belegen. Monatelang waren die Männer überwacht und jeder ihrer Schritte registriert worden. Man wusste, dass Gelowicz Anfang August eine Moschee in Mannheim besuchte, wo ihm ein Mann aus Somalia eine Tasche mit sechs Zündern überreicht hatte.

"Die Deutschen kriegen einen auf die Fresse"

Man wusste auch, dass Gelowicz, Yilmaz und Schneider aus dem Wasserstoffperoxid - das die Fahnder bereits heimlich ausgetauscht hatten - Bomben bauen und Anschläge auf US-Kasernen, Discos, Kneipen oder Flughäfen verüben wollten. In einem der abgehörten Dialoge zwischen den Beteiligten findet sich das klare Bekenntnis: "Die Deutschen kriegen einen auf die Fresse", heißt es darin. Und: "(…) Die Welt wird brennen. Wenn wir es am 11. kriegen, genau um diese Uhrzeit, Achi, die flippen doppelt so. Wir führen einen Krieg, wo du nicht verlieren kannst."

Laut Bundesanwaltschaft sollte Deutschland mit einer Terrorwelle - schlimmer als die Anschläge in Madrid oder London - vor der Abstimmung über den Bundeswehreinsatz in Afghanistan überzogen werden.

Was die Ermittler nicht oder nur bruchstückhaft wussten, war, wer die Hintermänner der geplanten Anschläge waren, die geistigen Führer, die die Sauerlandgruppe ideologisch konditioniert hatten. All das erfuhr das Gericht von den Angeklagten selbst. Auf insgesamt 1200 Blatt sind die Geständnisse festgehalten. Die Erkenntnisse daraus waren vielfältig und gaben einen tiefen Einblick in die Organisationsstruktur der IJU, in Schleuser-Wege und die Terrorlager in Waziristan.

Beeindruckende Geständnisse, aber kaum Reue

Die Verteidiger pochen vor allem wegen dieser umfangreichen Geständnisse, die ihre Mandanten überraschend abgelegt hatten, auf einen Strafrabatt. Dies hatte ihnen der in Terror-Prozessen erfahrene Vorsitzende Richter Ottmar Breidling in Aussicht gestellt. Selbst die Bundesanwaltschaft nannte die Geständnisse beeindruckend.

Allerdings bemängelte Chefankläger Volker Brinkmann, dass bei den meisten Angeklagten keine echte Reue erkennbar gewesen sei. Nur Schneider nahm er sein Bedauern ab. Der 24-Jährige erklärte in seinem Schlusswort, er werde die Verantwortung für sein Handeln übernehmen und eine Bestrafung akzeptieren. Sein Ziel sei es, das Gefängnis mit einem abgeschlossenen Studium zu verlassen.

Am Ende des Prozesses bleiben nach Ansicht der Verteidiger aber auch etliche Fragen offen, etwa zur Rolle der Geheimdienste. Auf Schritt und Tritt waren die Angeklagten monatelang überwacht worden, ihre Mietwagen wurden verwanzt, ihre E-Mails mitgelesen. Was also hätten sie wirklich anrichten können? Zudem gab es in der Türkei einen Helfer. Den inzwischen per Haftbefehl gesuchten Mevlüt K. Der soll allerdings auch ein Kontaktmann des US-Geheimdienstes CIA und des türkischen Geheimdienstes MIT sein. Welche Rolle spielten also die Geheimdienste im Fall der Sauerlandgruppe? Wie sehr haben sie die "Islamische Dschihad Union" und ihre deutschen Helfer unterwandert? Waren sie nur Beobachter oder auch Akteure? Es ist unwahrscheinlich, dass das Urteil diese Frage beantworten wird.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(