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Urteil in Düsseldorf: Amokläufer erhält Höchststrafe: lebenslange Haft

"Kaltblütig und zielgerichtet" habe Yanqing T. gehandelt, als er in Kanzleien in Düsseldorf und Erkrath drei Menschen erschoss und mehrere verletzte. Das Gericht verurteilte ihn zu lebenslanger Haft.

Der 48-jährige Amokläufer versteckt sein Gesicht vor den Kameras

Der 48-jährige Amokläufer versteckt sein Gesicht vor den Kameras

Knapp sieben Monate nach einem Amoklauf in nordrhein-westfälischen Anwaltskanzleien mit drei Toten ist der Angeklagte zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt worden. Das Düsseldorfer Landgericht verurteilte den 49-jährigen Yanqing T. am Dienstag wegen dreifachen Mordes, mehrfachen Mordversuchs und versuchten Totschlags. In seinem Urteil stellte es zudem eine "besondere Schwere der Schuld" fest.

Das Gericht folgte mit seinem Schuldspruch weitgehend der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte T. in ihrem Plädoyer vorgeworfen, er sei "absolut kaltblütig und zielgerichtet vorgegangen in seiner Zerstörungswut". Laut Anklage hatte T. am 28. Februar 2014 einen blutigen Rachefeldzug gegen Anwälte unternommen, von denen er sich in einem Rechtsstreit schlecht vertreten fühlte. In Kanzleien in Düsseldorf und im benachbarten Erkrath habe er zwei Frauen und einen Anwalt erstochen beziehungsweise erschossen sowie weitere Menschen verletzt. Anschließend legte der frühere Koch demnach in den Büroräumen Feuer.

Ursprünglich ging es um eine Ohrfeige

Auslöser der blutigen Taten war laut Anklage letztlich eine Strafanzeige der früheren Chefin von T. Im Dezember 2011 beschuldigte die Frau ihren damaligen Kollegen in einer Pizzeria im niederrheinischen Goch der Körperverletzung. Der Koch habe ihr eine heftige Ohrfeige versetzt, wodurch ihr Trommelfell gerissen sei. T. stritt laut Anklage die Tat ab und versuchte in der Folgezeit, sich mit Unterstützung von Anwälten in Düsseldorf und Erkrath gegen einen zwischenzeitlich erlassenen Strafbefehl zu wehren.

Opfer des Mannes wurden laut Staatsanwaltschaft eine Juristin und ein Anwalt in der Düsseldorfer Kanzlei sowie eine Angestellte in der Erkrather Sozietät. Zudem habe der 49-Jährige mehrere Menschen verletzt, darunter einen Anwalt in der Erkrather Kanzlei durch einen Bauchschuss.

Nach den Bluttaten in den beiden Anwaltsbüros leitete die Polizei einen Großeinsatz ein, zahlreiche Spezialeinheiten wurden in der Region zusammengezogen. Zu diesem Zeitpunkt war T. der Staatsanwaltschaft zufolge bereits auf dem Weg zu der Pizzeria in Goch - um seine Ex-Chefin zu töten und deren Restaurant anzuzünden. In Goch konnte der Amokläufer schließlich mit Hilfe eines Zeugen überwältigt und der Polizei übergeben werden.

yps/AFP / AFP