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Urteil in Magdeburg: Er machte seine Opfer mit Drogen gefügig: Ex-Chefarzt verurteilt

Das Landgericht Magdeburg hat einen Ex-Chefarzt zu einer Haftstrafe verurteilt. Der 43-Jährige soll seine Opfer mit Drogen gefügig gemacht haben - eine Frau ist dadurch an einer Überdosis gestorben.

Er machte seine Opfer mit Drogen gefügig: Ex-Chefarzt zu neun Jahren Haft verurteilt

Magdeburg: Der angeklagte Arzt sitzt vor Prozessbeginn auf der Anklagebank

DPA

Ein ehemaliger Chefarzt aus Halberstadt wurde vom Landgericht Magdeburg wegen schwerer Vergewaltigung in drei Fällen und Körperverletzung mit Todesfolge zu neun Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Das berichten unter anderem MDR Sachsen-Anhalt und die "Magdeburger Volksstimme".

Das Gericht sah es demnach als erwiesen an, dass der 43-Jährige seine Opfer vor den Taten mit Drogen sexuell gefügig gemacht hat. Bei der Droge soll es sich um Kokain gehandelt haben, das er den Opfern heimlich verabreicht haben soll. 

"Die Bevölkerung muss vor ihm geschützt werden"

MDR Sachsen-Anhalt zitiert Gerichtssprecher Christian Löffler: "Der Angeklagte wurde wegen mehrfacher schwerer Vergewaltigung in drei Fällen und Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt. Zusätzlich hat das Landgericht die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung angeordnet. Das bedeutet, dass der Angeklagte nach Verbüßung seiner Haftstrafe solange in der Sicherungsverwahrung verbleibt, bis er nicht mehr gefährlich ist."

Das Gericht sei dem psychiatrischen Sachverständigen gefolgt, berichten die Medien. Der Angeklagte habe demnach einen Hang dazu, Straftaten zu begehen. "Er hat eine entsprechende Neigung und daher ist er für die Allgemeinheit und die Bevölkerung gefährlich. Die Bevölkerung muss vor ihm geschützt werden", so Löffler zu MDR Sachsen-Anhalt.

Dem Arzt wurden mehrere Straftaten zwischen September 2015 und Februar 2018 vorgeworfen. Der schwerste Tatvorwurf war dabei, dass der Angeklagte einer Frau im Februar 2018 heimlich beim - zunächst einvernehmlichen - Sex Kokain verabreicht haben soll. Die Frau war daraufhin an einer Überdosis der Droge gestorben. 

Der Angeklagte soll sich während des Prozesses nicht zu den Fällen geäußert haben. Sein Anwalt habe lediglich mitgeteilt, dass er den Tod der Frau nicht beabsichtigt habe. Darüber hinaus wolle er sich aufgrund seiner Kokainsucht freiwillig einem Entzug stellen.

Quellen: MDR Sachsen-Anhalt, "Magdeburger Volksstimme"

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fs