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Stimmen nach Urteil Missbrauchsprozess Münster: "Die Grenzen des Vorstellbaren bei weitem überschritten"

Sehen Sie im Video: Stimmen nach Urteil in Missbrauchsprozess von Münster – "Die Grenzen des Vorstellbaren bei weitem überschritten".




O-Ton Steffen Valhaus, Sprecher Landgericht Münster: "Das Gericht hat sehr deutlich gemacht, dass sich an diesen Tagen grauenhafte Szenen ereignet haben müssen. Selbst für solch erfahrene Berufsrichter, die wiederholt und immer wieder mit solchen Fällen beschäftigt sind, wurden die Grenzen des Vorstellbaren bei weitem überschritten. Das Gericht hat weitere Details der konkreten Missbrauchshandlungen nicht dargelegt, um die kindlichen Opfer zu schützen. Ja, dem Gericht ist es gelungen, in diesem Verfahren die Opfer nicht vernehmen zu müssen. Das liegt daran, dass teilweise Angeklagte darauf verzichtet haben bzw. jedenfalls kein Antrag gestellt haben auf Vernehmung der kindlichen Opfer. Aber die Kinder hatten in dem Verfahren eine Stimme. Beide wurden nämlich durch Nebenklagevertreter hier im Verfahren vertreten. Darüber hinaus wurden ja Personen gehört, die den Zustand der Kinder sagen konnten." O-Ton Stephan Kreuels, Verteidiger Angeklagter Tobias S. " Wir haben gesehen, dass auch bei der Urteilsverkündung der Richter sehr emotional geworden ist. Und es ist ein sehr emotionales Verfahren. Und persönlich muss jeder einen Weg finden, wie er mit den Bildern, die er dort gesehen hat, klarkommt. Das ist nicht einfach, aber das muss man auch professionell behandeln. Das lässt sich leider nicht verhindern. Ja, das Urteil ist erwartungsgemäß für meinen Mandanten ausgefallen. Diskutabel in der Revision wird noch sein, die Frage der Verhängung der Sicherungsverwahrung."
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Im Missbrauchskomplex Münster ist der Hauptangeklagte wegen des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Für die Zeit danach ordnete das Landgericht Münster Sicherungsverwahrung an.

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