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Urteil wegen Kindstötung: Mutter lässt Baby erfrieren

Eine 44-Jährige brachte auf einem Parkplatz ein Baby zur Welt und ließ es dann im Kofferraum ihres Autos zurück. Etwa zwei Stunden lebte das Neugeborene, dann erfror es in der Novembernacht. Nun verurteilte das Amtsgericht Tübingen die Kindsmutter.

Weil sie ihr Baby direkt nach der Geburt erfrieren ließ, muss eine 44-Jährige für sechs Jahre hinter Gitter. Das Landgericht Tübingen verurteilte die sechsfache Mutter aus Bodelshausen (Baden-Württemberg) wegen Totschlags. Sie hatte zugegeben, ihr siebtes Baby im November 2009 unmittelbar nach der Geburt nackt im Kofferraum ihres kalten Autos zurückgelassen zu haben. Dort war das Mädchen erfroren. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft gefordert, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe.

Zwischen Abscheu und Mitleid

Dass eine Mutter ein Kind zur Welt bringe und dann gar nicht mehr hinschaue, sei in diesem Prozess so erschreckend gewesen, sagte der Vorsitzende Richter, Ralf Peters. Aber dann habe man sich eben auch die Frage gestellt: "Was ist mit einer Mutter geschehen, dass sie so etwas tut?" Zwischen Abscheu und Mitleid sei man hin- und hergerissen gewesen.

Was damals am 19. November 2009 passierte, war für die Richter schnell geklärt. Zum siebten Mal war die heute 44-Jährige damals schwanger - und wie schon einige Male zuvor schaffte es die zierliche Frau, ihre Schwangerschaft geheim zu halten. Als dann die Wehen einsetzten, brachte sie auf einem abgelegenen Wanderparkplatz ein Mädchen zur Welt. Danach fuhr sie nach Hause, ließ das Kind nackt im Kofferraum liegen. Nach rund zwei Stunden muss das Neugeborene einem Gerichtsmediziner zufolge erfroren sein.

Richter glaubten der Angeklagten nicht

Ein tragischer Unglücksfall sei das gewesen, hatte die 44-Jährige beteuert. Sie habe das Kind ins warme Haus holen wollen, aber dann sei sie vor Erschöpfung eingeschlafen. Die Richter glaubten ihr das nicht. Es sei nicht nachvollziehbar, dass eine Mutter in aller Seelenruhe ihrem Alltag nachgehe und schließlich einschlafe, während draußen ihr neugeborenes Kind erfriert. "Sie hat dem Schicksal ihren Lauf gelassen, genau wissend, dass das Kind sterben kann. Und trotzdem hat sie nichts getan", sagte Peters.

Der Oberstaatsanwalt hatte in seinem Plädoyer gesagt, das neugeborene Mädchen habe sterben müssen, weil es nicht in die Lebensplanung der 44-Jährigen passte.

Auf der Suche nach den Gründen für die Tat hatte das Gericht sich ausführlich mit der Lebensgeschichte der Frau beschäftigt. Mit 18 war sie zu Hause herausgeflogen, geriet in die Kriminalität. In kurzen Abständen brachte sie Kinder zur Welt, die fünf unterschiedliche Väter haben. Ihr sechstes Kind setzte sie direkt nach der Geburt aus, bekam es später unter Aufsicht des Jugendamts zurück. Trotzdem sei sie nie in einer ausweglosen Situation gewesen, sagte der Vorsitzende Richter. Vielmehr habe sie ihre Notlage selbst herbeigeführt, weil sie sich nie habe helfen lassen. Bis zur Tat hatte die Frau mit ihren sechs Kindern gemeinsam in Bodelshausen gelebt.

Marc Herwig/DPA / DPA
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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