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US-Bundesstaat Montana: Hausbesitzer erschießt deutschen Austauschschüler in Missoula

Blutiges Drama in Missoula im US-Bundesstaat Montana. Ein Hausbesitzer hat dort einen deutschen Austauschschüler aus Hamburg erschossen. Der Mann hielt ihn für einen Einbrecher.

Ein Hausbesitzer in Missoula (US-Bundesstaat Montana) hat einen deutschen Austauschschüler erschossen. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zum Sonntag, wie die Polizei am Montag mitteilte. Bei dem Schüler handelt es sich um den 17 Jahre alten Diren D. aus Hamburg, der seit dem vergangenen August in der 11. Klasse der Big Sky Highschool in Missoula eingeschrieben war.

Was sich genau in der Siedlung in der Deer Canyon Road abgespielt hat, ist noch weitgehend ungeklärt. Augenzeugen berichten, dass ein männlicher Hausbewohner den deutschen Austauschschüler in seiner Garage überrascht hatte, nachdem der Alarm losgegangen war. Dort habe er mit einer Schrotflinte auf ihn geschossen. Der Junge erlag später seinen schweren Schusswunden am Kopf.

Der Fußballverein des Jugendlichen, SC Teutonia 1910 in Hamburg-Altona, reagierte mit Betroffenheit auf den Tod seines Spielers. "Wir sind alle ein bisschen sprachlos", sagte Fußball-Abteilungsleiter Kadir Koz der Nachrichtenagentur DPA. Der Verein plant für diesen Mittwoch ein Benefizspiel zugunsten der Familie.

Verdächtiger in Polizeigewahrsam

Die Polizei nahm den laut ihren Angaben 30-jährigen Markus K. in Gewahrsam. Medien gaben sein Alter mit 29 an. Laut Auskunft eines Beamten habe es keine Anzeichen dafür gegeben, dass der getötete Diren D. bewaffnet gewesen sei. Zugleich zitiert die örtliche Zeitung "Missoulian" den Polizeibeamten Travis Welsh: "Wir würden niemanden festnehmen, wenn wir nicht der Überzeugung wären, dass ein Verbrechen begangen worden ist."

Der festgenommene Markus K. befand sich auch am Montag noch in der Obhut der Polizei. Noch steht nicht fest, ob er sich wegen Mordverdachts verantworten muss. Es sei noch keine Anklage gegen ihn erhoben worden, hieß es in lokalen Medienberichten. Im US-Bundesstaats Montana gilt die sogenannte Castle-Doktrin. Demnach haben Hausbesitzer dort das Recht, sich mit tödlicher Gewalt gegen Eindringlinge auf ihrem Grundstück zu verteidigen.

kng/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?