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US-Sender Fox News überträgt Selbstmord: Tod vor laufender Kamera

Der US-Sender Fox News hat eine Verfolgungsjagd samt Selbstmord eines Autodiebes live im Fernsehen übertragen. Die Zuschauer reagierten geschockt und entrüstet. Nun hat sich der Sender entschuldigt.

Er steigt aus dem Auto, rennt drauf los, dann zielt er die Waffe auf seinen Kopf - und drückt ab. Und die Kameras halten drauf. Erst als der Mann am Boden liegt, blendet der Sender das Bild aus. "Abschalten, abschalten", ruft Moderator Shepard Smith seinen Studiokollegen zu. Doch da haben bereits tausende Zuschauer den Freitod live verfolgt. Im Zuge einer wilden Verfolgungsjagd hat der US-Nachrichtensender Fox News den Selbstmord eines mutmaßlichen Autodiebes live im Fernsehen übertragen. Der Sender zeigte am Freitag über einen längeren Zeitraum, wie die Polizei in Phoenix (Arizona) einen flüchtenden Autofahrer verfolgt. Zuletzt steigt der Mann aus dem Auto aus und flieht zu Fuß weiter. Bis er sich letztlich erschießt.

Unmittelbar danach entschuldigte sich der Sender. Der Moderator sagte: "Wir haben einen Fehler gemacht." Normalerweise würden Live-Bilder von Kriminalitätsfällen mit einigen Sekunden Verzögerung gesendet, damit die Übertragung gestoppt werden könne, falls etwas Schreckliches passiere. Das habe diesmal nicht funktioniert, erklärte der Moderator. Es handele sich um den Fehler eines Mitarbeiters, meinte der Sender.

Tausende Amerikaner verfolgten die Szene live

Die Polizei habe den Tod des Mannes bestätigt, teilte Fox News mit. Tausende Amerikaner, die die Szene live im Fernsehen gesehen hatten, reagierten auf dem Kurznachrichtendienst Twitter schockiert. Das Video war unmittelbar nach dem Vorfall auf der Internetplattform Youtube zu finden. Andere große Nachrichtensender wie CNN und MSNBC zeigten die Verfolgungsjagd nicht.

Die Verfolgungsjagd habe alles in allem etwa eineinhalb Stunden gedauert, heißt es in einem Video des Senders. Zeitweise sei der Flüchtende mit einer Geschwindigkeit von rund 170 Stundenkilometer über den Highway gerast. Nach Ermittlungen der Polizei hatte der Mann kurz zuvor einen Autofahrer mit der Waffe zum Aussteigen gezwungen und den Wagen so in seine Gewalt gebracht.

Die Polizei habe ihn per Hubschrauber verfolgt, auch der Sender sei mit einem Helikopter dabei gewesen. Der Flüchtende habe während der Verfolgung auch auf die Polizei geschossen.

kmi/DPA / DPA
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