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USA: Elfjähriger erschießt Achtjährige im Streit

Erst mobbte ein elfjähriger Junge das Nachbarsmädchen - am Ende erschoss er das Kind einfach mit der Waffe seines Vaters. Erst vor wenigen Tagen wurden die liberalen Waffengesetze der USA scharf kritisiert.

Zwei Männerhände halten eine Pistole in der Hand, daran hängt ein Warenzettelchen, daneben liefen weitere Schusswaffen auf Stoff

Fast ein Drittel der erwachsenen US-Bürger besitzt mindestens eine Schusswaffe

Im Streit hat ein elfjähriger Junge in den USA ein achtjähriges Mädchen erschossen. Ihre Tochter McKayla habe vor dem Haus gespielt, sagte die Mutter des Opfers, Latasha Dyer, aus White Pine im Bundesstaat Tennessee dem Fernsehsender WATE 6. Da habe der Nachbarsjunge das Mädchen gefragt, ob er ihren Hund ansehen dürfe. Die Achtjährige habe "Nein" gesagt - kurz darauf habe der Junge ihr in die Brust geschossen.

Der Mutter zufolge hatte der Junge zuvor schon mehrmals das Mädchen gemobbt. "Er hat sich über sie lustig gemacht, war gemein zu ihr." Sie sei zum Schuldirektor gegangen und habe sich beschwert, berichtete Dyer weiter. "Daraufhin war er für eine Weile ruhig - bis er sie gestern einfach erschoss."

Nach Angaben der Polizei wird gegen den elfjährigen Jungen wegen Mordes ermittelt. Er erschoss das Mädchen mit einer seinem Vater gehörenden Waffe.

Fast jeder Dritte erwachsene US-Bürger besitzt eine Waffe

Erst vor wenigen Tagen waren die liberalen Waffengesetze der USA erneut thematisiert und international scharf kritisiert worden. Anlass war der Amoklauf in Oregon am vergangenen Wochenende, bei dem der Schütze neun Menschen und sich selbst getötet hatte. Der Täter besaß laut Polizei selbst ein großes Waffenarsenal. Demnach trug er während seines Amoklaufs ganze fünf Pistolen und ein Gewehr bei sich; zudem fanden die Beamten später weitere acht Waffen in seiner Wohnung. All seine Schusswaffen waren in den vergangenen drei Jahren legal in den USA gekauft worden.

Fast ein Drittel der erwachsenen US-Bürger besitzt mindestens eine Schusswaffe. Zum großen Teil seien dies weiße, verheiratete Männer über 55 Jahren. Das ergab eine im Fachjournal "Injury Prevention" vorgestellte Studie. US-Präsident Barack Obama weist regelmäßig darauf hin, dass er die Waffengesetze ändern wollte, aber am Kongress scheiterte.

jen / AFP
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