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Mysteriöser Vermisstenfall in den USA: Während einer angeblichen Schießerei rief sie einen Freund an. Seitdem fehlt von ihr jede Spur

Mitte Oktober ruft Adrienne Quintal einen Freund an und erzählt, dass sie sich in einer Schießerei mit zwei Männern befinde. Seitdem ist die 47-Jährige wie vom Erdboden verschluckt. Die Polizei findet später Patronenhülsen und Einschusslöcher, aber nirgends Blutspuren.

Adrienne Quintal gab ihr letztes Lebenszeichen am 17. Oktober von sich

Adrienne Quintal aus dem US-Bundesstaat Michigan gab ihr letztes Lebenszeichen am 17. Oktober von sich

Es ist Mitten in der Nacht, als Adrienne Quintal am 17. Oktober einen Freund auf dem Handy anruft. Sie befinde sich in einer Schießerei mit zwei Männern, einem davon habe sie ins Gesicht geschossen, berichtet die 47-Jährige in dem vier Minuten und 27 Sekunden dauernden Telefonat. Der andere schieße gerade auf sie und sie erwidere das Feuer. Ob ihr Bekannter bitte die Polizei schicken könnte. Kurz darauf geht ein Notruf beim Benzie County Sheriff's Office ein, im Norden des US-Bundesstaates Michigan. Die dortigen Behörden machen die Ereignisse jener Nacht nun detailliert öffentlich, weil seither jede Spur fehlt von Adrienne Quintal.

In jener Nacht im Oktober erreichten Polizisten die angegebene Adresse acht Minuten nach Eingang des Notrufs, konnten jedoch nichts Verdächtiges feststellen, wie aus der Pressemitteilung hervorgeht. Nach Rückfrage bei der Familie der Verschwundenen stellte sich heraus: Die Beamten hatten die falsche Hausnummer. Bis die Polizisten schließlich bei der richtigen Adresse aufschlugen, waren bereits fast 40 Minuten seit Quintals Anruf bei ihrem Freund vergangen.

Einschusslöcher, aber keine Spur der Vermissten

Zu dieser Zeit trafen die Beamten niemanden mehr an der abgelegenen Waldhütte am Rande eines Naturschutzgebietes an. Dafür entdeckten sie Einschusslöcher in der Fensterscheibe der Hütte. Weder in noch um das Häuschen herum fanden die Beamten Blutspuren oder irgendetwas, was auf eine Verletzung hindeute. Spezialisten, die den mutmaßlichen Tatort untersuchten, entdeckten im Haus zahlreiche Patronenhülsen nebst Quintals Handtasche, ihres Handys sowie der auf sie registrierten Handfeuerwaffe. Laut Polizei waren mehrere Schüsse von innen nach draußen abgegeben worden.

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Unklar bleibt, warum die Frau nicht selbst den Notruf wählte, sondern zunächst einen Freund anrief. Die ersten Erkenntnisse vom Tatort scheinen zudem die Version, dass auch von außen auf sie geschossen wurde, nicht zu stützen. Außerdem fand die Polizei kein Blut auf dem Grundstück, obwohl Quintal am Telefon angegeben hatte, einem ihrer angeblichen Angreifer ins Gesicht geschossen zu haben.

Die Beamten suchten den umliegenden Wald mit Spürhunden und Wärmebildkameras ab – ohne Erfolg. Seit den frühen Morgenstunden des 17. Oktober gibt es kein Lebenszeichen mehr von Adrienne Quintal. Ihre Familie sucht auf Facebook bereits seit Wochen nach ihr, eine Belohnung von mittlerweile 10.000 US-Dollar wurde ausgelobt. Die braunhaarige Frau wird als 1,70 Meter groß und etwa 56 Kilogramm schwer beschrieben. Die Polizei ging nun am Wochenende mit den mysteriösen Ereignissen jener Nacht an die Öffentlichkeit und bittet um Mithilfe bei der Suche nach Quintal.

Quellen: Pressemitteilung des Benzie County Sheriff's Office / CNN

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